SPD-Bundestagsabgeordnete

Petra Crone im Gespräch über demografischen Wandel

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Petra Crone spricht über den demografischen Wandel und Möglichkeiten, diesem zu begegnen.

Lüdenscheid - Die Integration von Flüchtlingen ist eine Chance, dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist sich Petra Crone sicher. „Da müssen wir uns alle anstrengen“, sagte die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete im LN-Gespräch, und informierte über den „Arbeitskreis Demografie in Südwestfalen“.

„Wir müssen Flüchtlingen das Gefühl geben, vor Ort gewollt zu sein, ihnen ein Stück Heimat bieten und sie sowohl sprachlich als auch fachlich ausbilden“, so Crone. „Dazu müssen zuallererst natürlich Registrierungs- und Anerkennungsverfahren reibungsloser funktionieren.“

Nicht nur werde der Arbeitskreis sich mit dem Thema im Februar bei einer Fachtagung in Haus Nordhelle beschäftigen, auch die Erlebnisse der einzelnen Akteure im Alltag trage Crone regelmäßig nach Berlin an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge heran – und bringe andersherum Informationen aus Berlin mit in die Heimat.

Gegenseitige Besuche gehören dazu

Zu dem südwestfälischen Arbeitskreis, den es laut Crone seit mehreren Jahren gibt, gehören Vertreter von Städten und Gemeinden, Sozialverbänden, Kirchen, Gewerkschaften, Institutionen sowie engagierte Einzelpersonen.

„Wir treffen uns regelmäßig, hören Vorträge von Wissenschaftlern und tauschen uns aus. Gegenseitige Besuche gehören auch dazu, um zu sehen, wie es in anderen Städten läuft.“

Internet für junge Leute ein Muss

Doch auch Mobilität, Städtebau, Bildung, Pflege und ein zügiger Ausbau der Infrastruktur seien Themen, die unmittelbar mit dem demografischen Wandel verbunden seien.

Was macht eine Region attraktiv? „Der Breitbandausbau ist wichtig“, sagte Crone. „Für die Industrie, aber auch für junge Leute. Die ziehen nicht aufs Dorf, wo das Internet nicht schnell genug ist.“

Straßenbau und bezahlbarer Wohnraum nötig

Mobilität auf Straßen und Schienen sei darüber hinaus von Bedeutung. „Gut ist schon mal, dass die A 45 im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt und ausgebaut wird.“ In puncto Städtebau brauche man Gelder – „für sozialen Wohnungsbau, bezahlbaren Wohnraum.“

Und junge Familien achteten darauf, wie gut die Bildung vor Ort ist. „Ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht nur auf die digitale Ausstattung von Schulen ankommt, sondern auch auf Häuser, in denen man gerne lernt. Viele Gebäude sind einfach marode.“

Bund soll Bildung zusammen mit Land und Kommunen stemmen

Auch wenn das immer etwas schwierig sei, müsse der Bund die Bildung fördern – in Zusammenarbeit mit den Ländern und Kommunen. „Da sind wir in Berlin dran“, sagte Crone.

Zu den Aufgaben des Arbeitskreises in Südwestfalen gehöre es zweifelsohne, das bereits Erreichte nach außen zu tragen. „Wir haben zum Beispiel die Studienstandorte. Die Marke Südwestfalen ist auf jeden Fall bekannter geworden.“

"Bis wir Erfolge sehen, wird es einige Jahre dauern"

Ein Pluspunkt für die Region seien aber auch die zahlreichen Ausbildungsbetriebe in Industrie und Handwerk. „Wir müssen es immer wieder sagen: eine Ausbildung, ein Meister und eventuell ein Studium, das man obendrauf setzt, bieten viele Chancen.“

Klar sei aber auch – und das gelte auch für die Integration: „Bis wir Erfolge sehen, wird es einige Jahre dauern. Wir kriegen das nicht von heute auf morgen hin. Wir müssen Geduld haben.“

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