Schätzwochenende mit Fernsehexperten

Antiquitätenhändler Detlev Kümmel weist auf Unterschiede zwischen einer Dekowaffe und einem echten Beduinengewehr hin.

Lüdenscheid - „Nee, dat Bild is’ Hühnerkacke“, urteilte Antiquitätenhändler Walter Lehnertz beim Schätzwochenende in der Brügger Galerie Kümmel.

Lehnertz, seit 2013 einer der Protagonisten in der ZDF-Trödel-Sendung „Bares für Rares“ mit Horst Lichter, ist gerade heraus. Gerne lässt er in lupenreiner Eifeler Mundart, aber immer augenzwinkernd, das verbale Fallbeil niederdonnern, wenn es um die Beurteilung fadenscheinigen Trödels geht – doch genau dafür lieben ihn die Fans.

Diesmal traf es eine Dame, die ein Gemälde mit einem Häuschen und arg großem Baum daneben mitgebracht hat. „Der Rahmen is’ ja janz schön, aber dat Bild kannzte in die Tonne kloppen.“ Zum Trost gibt’s ein Autogramm von „80-Euro-Waldi“ auf einem 80-Euro-Schein mit seinem Konterfei – den Spitznamen erhielt der Antiquitätenhändler, weil er Gebote für hochpreisige Waren meist bei 80 Euro startet.

Lehnertz führte seine hochunterhaltsamen Expertisen draußen bei strahlendem Sonnenschein und einer Tasse Kaffee durch, und rund um den Händler griff gute Laune um sich. Er selbst hatte Samstagmittag zwar nur sechs Becher angekauft, ließ sich den Spaß aber nicht vermiesen.

Bestens aufgelegt war auch Detlef Kümmel, der seit einigen Monaten Experte bei „Bares für Rares“ ist und zum ersten Schätzwochenende in seiner Galerie Fernsehkollegen nach Lüdenscheid eingeladen hatte. So war auch die Juwelierin und Diamantengutachterin Susanne Steiger in Brügge zu Gast, wobei sich ihre Expertisen an den beiden Tagen natürlich auf Schmuck beschränkten. „Ich finde es schön, mit Leuten Kontakt zu haben und ihnen zu helfen, ihre Sachen korrekt einschätzen“, meint die Diamantengutachterin aus Bornheim, die auch selbst Schmuck herstellt.

Dem Aufruf, Stücke zur Beurteilung und eventuell zum Verkauf mitzubringen, waren so viele Lüdenscheider gefolgt, dass Detlev Kümmel nach zahlreichen Ankäufen bereits am Samstagmittag zur Bank musste um neues Geld zu holen. „Mein Tagesbudget war nach zwei Stunden aufgebraucht“, erklärte der Händler, sichtlich glücklich über den Erfolg. Unermüdlich beurteilte Kümmel mitgebrachte Dachbodenfunde, Gemälde, Antikes und Nachgemachtes.

Ein wenig enttäuscht zeigte sich zum Beispiel Barbara Stoberock, die ein Beduinengewehr mitgebracht hatte. „Das ist leider eine reine Dekowaffe“, lautete das Urteil von Detlev Kümmel, der der Besitzerin des Stückes anhand eines echten Beduinen-Gewehres die Unterschiede zwischen Original und Attrappe aufzeigte. „Das Gewehr stand schon jahrelang bei uns im Keller“, erzählte die Besitzerin, die die Dekowaffe jedoch auf keinen Fall wieder mit nach Hause nehmen wollte. Mehr als 50 Euro konnte der Händler allerdings nicht für dieses Stück geben.

Auch Andreas Brunner erhielt von Detlev Kümmel eher schlechte Nachrichten. „Ich habe zwei Bilder von den Großeltern mitgebracht und wollte sie hier schätzen lassen“, erklärt Brunner. Zwar handelte es sich dabei um Originale, die auch recht gut ausgeführt waren, jedoch von weniger bekannten Künstlern aus der Region stammten. Somit entschied sich Brunner dafür, seine Stücke wieder mit nach Hause zu nehmen. Bei den Dreharbeiten hat Detlev Kümmel auch noch einen anderen Promi kennengelernt, der ebenfalls an den beiden Schätztagen zu Gast war: Manni Ludolf aus der Doku-Soap „Die Ludolfs – 4 Brüder auf’m Schrottplatz“. 

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