Geplant waren 200 Plätze

Sauerlandcenter fällt weg: Keine Flüchtlingsunterkunft

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Das Sauerlandcenter ist nicht mehr Bestandteil der Planungen für die Flüchtlingsunterbringung. Die Stadt hat den Mietvertrag gekündigt.

Lüdenscheid - Das zunächst für die Flüchtlingsunterbringung vorgesehene Sauerlandcenter wird nun doch nicht von der Stadt genutzt. Das teilte Thomas Ruschin, Fachbereichsleiter für Bürgerservice und Soziale Hilfen, auf LN-Anfrage mit.

„Das Sauerlandcenter ist nicht mehr Bestandteil der Planungen. Wir haben den Mietvertrag gekündigt. Es hat sich herausgestellt, dass der Aufwand für den Brandschutz viel größer ist als angenommen. Außerdem wurde PCB in den Außenfugen festgestellt. Eine Sanierung würde den Kostenrahmen exorbitant in die Höhe treiben.

Die Stadt hat in dem Mietvertrag festgehalten, dass, sollte dies der Fall sein, sie von dem Vertrag zurücktreten kann“, beschrieb Ruschin den Hintergrund der Entscheidung. Wie berichtet, sollten im Sauerlandcenter 200 Plätze für Asylbewerber entstehen und somit die angespannte Lage bei der Unterbringung in Übergangsheimen entzerren.

Die Lage habe sich in den vergangenen Monaten allerdings sehr entspannt. „Wir haben inzwischen in den Übergangsheimen der Stadt eine relativ lockere Belegung. Zum größten Teil sind dort allein reisende Männer untergebracht und außerdem viele Menschen, die keine Bleibeperspektive haben. Zudem verzeichneten wir in den vergangenen zwei Monaten 36 Aus- und Wegzüge. Familien mit Bleibeperspektiven haben eine Unterkunft über die Lüdenscheider Wohnstätten AG oder der Immobilienvermietung Schwarz & Born gefunden.“

Dabei habe auch die Bezirksregierung eine sehr positive Rolle gespielt. „Es ist ja zu Beginn der Flüchtlingszuweisungen immer wieder auf die Bezirksregierung herumgehackt worden, weil es schon einmal etwas chaotische Zuweisungen gab. Inzwischen hat sich das doch gut eingespielt. Wir hatten darum gebeten, uns einen Überblick zu geben, welche Flüchtlinge kommen, um vor Ort eine bessere Planung durchführen zu können. Das gelingt jetzt gut.“

Lüdenscheid sei wieder in der Zuweisung. „Es sollen bis Oktober 80 Menschen kommen, zum größten Teil aus Syrien, dem Irak und Iran, darunter mehrere Familien. Sie alle können wir locker unterbringen“, sagt Thomas Ruschin. Natürlich sei dies alles auch auf die drastisch gesunkenen Flüchtlingszahlen nach der Schließung der Balkan-Route zurückzuführen. „Wie es langfristig weitergeht, ist dennoch nicht zu prognostizieren.“

Am Schöneck stehen nach wie vor die Container, werden aber nicht genutzt, da dies nicht erforderlich sei. Für sie wurde ein zweijähriger Mietvertrag abgeschlossen. „Die Strategie, Verträge mit kurzer Laufzeit abzuschließen, hat sich bewährt“, findet Ruschin.

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