Zahlungen der Pharma-Konzerne: Dr. Renzo Bause und Kliniken beziehen Stellung

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Klinikum-Geschäftsführer Dr. Günter Peters, Prokuristin Christina Langer und Pressesprecherin Corinna Schleifenbaum (v. r.) sehen die Veröffentlichung gelassen. „Hier ist alles transparent.“

Lüdenscheid - Geld von der Pharma-Industrie für Krankenhäuser und Ärzte – solche Meldungen wecken schnell Missgunst und Neid. Das Magazin Spiegel online und die Recherche-Plattform Correktiv veröffentlichten eine Liste über Zahlungen der Pharma-Konzerne an Krankenhäuser und Niedergelassene. „Ich habe nichts zu verbergen“, erklärte Dr. Renzo Bause. Der Hautarzt ist einer von 41 Empfängern in dem veröffentlichten Verzeichnis.

2436,37 Euro sind nach Angaben des Rechercheverbundes einmalig an den Mediziner geflossen, der seit Jahrzehnten an der Peterstraße seine Praxis führt.

Dr. Renzo Bause erhielt das Honorar für eine umfangreiche Studie.

„Ich habe gemeinsam mit einem Mitarbeiter im vergangenen Jahr an einer europaweiten Studie des Pharmaunternehmens Novartis teilgenommen, um ein zugelassenes Arzneimittel gegen Schuppenflechte zehn schwer erkrankten Patienten zu verabreichen.“ Bei dem eingesetzten Biologicum habe es sich um ein extrem teures und von dem Konzern bezahltes Präparat gehandelt. „Eine einzelne Spritze wurde mit 1800 Euro angesetzt. Alle zwei Wochen erhielt jeder Kranke eine Injektion.“ 

Die gesamte Dokumentation sei mit „unendlich viel Aufwand“ verbunden gewesen. Die medizinischen Untersuchungen und Ergebnisse füllten einen Aktenordner für jeden einzelnen Patienten am Ende der fast einjährigen Studie, so Dr. Bause. Darüber hinaus seien die Resultate in wissenschaftlichen Meetings an Wochenenden analysiert worden. „Wir haben das Honorar geteilt, es ordnungsgemäß versteuert und die Krankenkassen nicht belastet“, erklärt der Arzt das Verfahren, das von Anfang bis Ende die Ethik-Kommission begleitet habe. „Das Ganze geschieht einzig zum Wohle des Patienten.“

Außerdem fühle er sich nicht unter Druck gesetzt, wenn Pharma-Firmen an Wochenenden Fortbildungen anböten. „Wissenschaftliche Informationstagungen sind keine Verkaufsveranstaltungen.“ Selbstverständlich bleibe es jedem einzelnen Arzt überlassen, welches Medikament er verschreibe. Da gebe es keinerlei Verquickungen. Dr. Bauses Fazit: „Ich habe nichts zu verbergen und ich bin nicht bestechlich.“

Mit Summen im vier- und niedrigen fünfstelligen Bereich werden leitende Ärzte und das Klinikum aufgeführt. Vorträge, Symposien, Studien und Anwendungsbeobachtungen – als akademisches Lehrkrankenhaus der Uni Bonn und als eine Einrichtung der Spitzenversorgung mit anerkannten Kapazitäten sei das Klinikum entsprechend gefragt, so Geschäftsführer Dr. Günter Peters. „Über unsere Drittmittelrichtlinie wissen wir über alle Vorgänge Bescheid.“ 

Die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien sei aus zwei Gründen wichtig, erklärt Prokuristin Christina Langer. „Das steigert den Bekanntheitsgrad des Klinikums für die Nachwuchswerbung und bedeutet für den Patienten, dass modernste Verfahren angewendet werden.“ Mit der Veröffentlichung der Zahlen habe die Klinik kein Problem, so Dr. Peters. „Hier ist alles völlig transparent.“

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