Religionsstreit bei Firma Hasco beigelegt

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Symbolbild.

Lüdenscheid - Der Religionsstreit bei Hasco (wir berichteten) ist beigelegt. Die Geschäftsleitung des Unternehmens hat angekündigt, dem Verursacher der gerichtlichen Auseinandersetzung zu kündigen. Das teilt die DGB Rechtschutz GmbH mit.

Zur Erinnerung: Ende Mai trafen sich der Betriebsrat – sekundiert von einem DGB-Juristen – und der Anwalt der Geschäftsleitung bei Arbeitsrichterin Eva Uebbert. Anlass für den Gütetermin war ein Vorfall, der im Betrieb schnell die Runde gemacht hatte: Ein türkisch-stämmiger Gruppenleiter hatte seine Untergebenen angewiesen, ein Kruzifix von der Wand zu nehmen, weil es seine „Gefühle als Muslim“ verletze. Außerdem „verzierte“ er seinen Facebook-Auftritt mit einem durchgestrichenen Davidstern und dem Spruch „Fuck You Israel“.

Ausgerechnet dieser Mann sollte befördert werden und statt fünf künftig 13 Mitarbeiter unter sich haben. Da versagte der Betriebsrat aber seine notwendige Zustimmung. Und die Geschäftsleitung rief das Arbeitsgericht an, damit es die Zustimmung ersetzt.

DGB-Anwalt Michael Mey sah den Betriebsfrieden durch „rassistische oder fremdenfeindliche Betätigung“ des Gruppenleiters gefährdet. Die Gegenseite argumentierte, der Betriebsrat habe sich „aufstacheln“ lassen. Inzwischen hat die Geschäftsleitung ihren Antrag laut Mey zurückgezogen. Man werde sich bei Hasco „auch in Zukunft gegen jede Form des Rassismus (...) aussprechen“, so wird Geschäftsführer Christoph Ehrlich zitiert.

Dazu Michael Mey: „Jetzt will es wieder keiner gewesen sein.“ Es sei der Arbeitgeber gewesen, „der 71 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur die offenbar immer noch notwendigen Warnungen des Betriebsrates ignorierte“.

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