Prozess in Bochum mit Lüdenscheider Bezug

Raub- und Mordvorwurf: Keine Aussage zum Auftakt

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Die 7. große Strafkammer als Schwurgericht eröffnet den Mordprozess in Bochum.

Bochum/Lüdenscheid - Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, zahlreiche Zuschauer und ein starkes Medienaufkommen prägten den Auftakt des Mordprozesses am Landgericht Bochum, bei dem sich ein 27-Jähriger unter anderem wegen Mordes verantworten muss. Die Spur führt auch nach Lüdenscheid.

Die beiden Männer auf der Anklagebank, darunter der als „Redo“ bezeichnete Hauptverdächtige, hüllen sich in Schweigen. Doch die Verlesung der Anklage offenbart bislang unbekannte Details. Geplant sind sieben Verhandlungstage.

Die beiden Angeklagten werden gefesselt in den Saal geführt. Der mutmaßliche Komplize (28) des Hauptbeschuldigten trägt eine Hand bandagiert. Am Rande des Prozesses wird bekannt, dass es in der Vorführzelle zu einer Schlägerei gekommen ist. Die beiden Männer würdigen sich keines Blickes. Der 28-jährige Afghane kündigt über seine Verteidiger, Dr. Michael Tierel aus Krefeld und Gerhard Thien aus Essen, für den zweiten Verhandlungstag eine Aussage an. „Redo“ macht ebenfalls von seinem Schweigerecht Gebrauch.

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Der Staatsanwalt geht auf den Raub ein und schildert, wie der Kellner – er stammt aus der südrussischen Republik Dagestan – nach Erkenntnissen der Behörden vorgegangen sein soll. Demnach hat die 83-jährige Frau den Mann in ihre Wohnung an der Teutonenstraße gelassen, weil sie ihn aus dem Eiscafé kannte. Er erklärt, jemand verlange von ihm, sie auszurauben. Er wickelt die alte Frau in einen Teppich und schlingt einen Gürtel um sie, bis sie ihm verrät, wo der Safe-Schlüssel versteckt liegt. Dann entnimmt er dem Tresor 10.000 Euro sowie Armbanduhren und Schmuck im Gesamtwert von etwa 100.000 Euro.

Wenige Tage später besucht „Redo“ zwei Landsleute, bei denen er die Beute aus dem Raub deponieren will. Doch anstatt sie treu aufzubewahren, fahren die beiden nach Antwerpen und verkaufen große Teile des Schmucks. Dem Mann aus Lüdenscheid erzählen sie, dass ihnen die Beute geklaut wurde. Nach Überzeugung der Anklagebehörde beschloss der Hauptbeschuldigte deshalb, einen der beiden Männer umzubringen, um den zweiten unter Druck zu setzen und die 100.000 Euro von ihm zu bekommen.

Wie es heißt, mietete „Redo“ an den Tagen darauf mit dem Mitangeklagten einen Kleintransporter und rüstete sich mit Handfeuerwaffen, einem Beil, dem Zimmermannshammer sowie Klebeband und Kabelbindern aus. Als eine Bekannte von ihm die beiden Opfer zu dem einsamen Parkplatz und in den Transporter lotst, spritzen die Männer ihnen „überfallmäßig“ eine ätzende Flüssigkeit in die Augen, so der Staatsanwalt. Wenig später wird einer der beiden mit dem Hammer erschlagen. Der andere wird gezwungen, den Diebstahl der Beute vor laufender Kamera zuzugeben und dann entführt.

Der Prozess wird am 24. August um 9 Uhr fortgesetzt.

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