Verkehrsversuch für ein Jahr

Rathaus- und Sternplatz für Fahrradfahrer freigegeben

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Vertreter von Stadt, Bau- und Verkehrsausschuss und Polizei sowie einige Radler trafen sich an einem der neuen „Fahrräder frei“- Schilder.

Lüdenscheid - Radler dürfen seit Donnerstag in Schrittgeschwindigkeit über Rathaus- und Sternplatz fahren. Vertreter der Stadtverwaltung und des Ausschusses Bau- und Verkehr gaben die Flächen für die Versuchsdauer von einem Jahr frei – und enthüllten an der Ecke Wilhelmstraße/Sternplatz ein „Fahrräder frei“-Schild.

Auf seiner Rückseite – sprich vom Sternplatz in Richtung Wilhelmstraße – weist das Schild die Radler genau auf das Gegenteil hin: In der Haupteinkaufsstraße sowie in der Altstadt ist Fahrradfahren weiterhin strikt verboten.

Das sei aufgrund der Enge nicht anders möglich, wie Bürgermeister Dieter Dzewas interessierten Fahrradfahrern und Fußgängern erklärte.

Erfolg hängt von Rücksichtnahme ab

Auf Rathaus- und Sternplatz hingegen sei genug Platz für alle. „Der Erfolg des Versuchs hängt natürlich von einem vernünftigen Umgang miteinander ab“, sagte der Bürgermeister.

Nina Niggemann-Schulte vom städtischen Fachdienst Stadtplanung und Verkehr sagte, dass an Markttagen, verkaufsoffenen Sonntagen sowie während des Wintermarkts und Festumzügen sowie bei ähnlichen Veranstaltungen Radler verpflichtet seien, ihre Fahrräder zu schieben.

Damit aus dem Verkehrsversuch eine dauerhafte Lösung werden könne, sei man auf gegenseitige Rücksichtnahme angewiesen.

"Radler müssen auf Kinder achten"

Diese erachtet auch Uwe Düchting, Verkehrssicherheitsberater bei der Kreispolizeibehörde, als unerlässlich. „Die Fahrradfahrer müssen auf Fußgänger – vor allem auf laufende Kinder – achten, um Unfälle zu vermeiden“, sagte er.

Das werde sich aber einbürgern, hofft er. „Die Polizei wird keine speziellen Kontrollen durchführen, aber die Beamten auf Streife werden die Fahrradfahrer beobachten und bei Bedarf ansprechen – oder auch mal ein Verwarngeld verhängen.“

Flyer mit den wichtigsten Regeln

Ein Flyer, der ab sofort im Bürgerforum des Rathauses ausliegt, fasst die wichtigsten Regeln zusammen: „Schrittgeschwindigkeit fahren! Bei dichtem Fußgängerverkehr absteigen und schieben! Plötzliche Bewegungen von Kindern einplanen! Sehr vorausschauend fahren! Besondere Rücksicht auf ältere Menschen! Fußgänger haben immer Vorrang!“.

Wolfgang Utsch von der Energiewendegruppe sagte, er betrachte die Neuerung als einen kleinen Schritt „in der Autofahrerstadt Lüdenscheid“.

Idee eines Berufsschülers

Und Markus Stumpf, Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, forderte mehr „Radverkehrsförderung auch auf anderen Strecken“.

Der Verkehrsversuch geht auf die Initiative eines Berufsschülers zurück, der jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule fuhr und die Öffnung der Fußgängerzone vorschlug. Das Radverkehrsforum griff die Idee auf und die Grünen stellten schließlich einen Antrag im Bau- und Verkehrsausschuss. Dieser bewilligte den Versuch in dieser Form bereits im November 2015.

Hintergrund war unter anderem, dass Fahrradfahrer auch nicht durch den Rathaustunnel fahren dürfen – und dessen Umfahrung ohne Nutzung von Rathaus- und Sternplatz besonders umständlich war.

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