Perspektive für Flüchtlinge

Qualifizierungsprojekt der SIHK soll Integration erleichtern

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Urkunden zählen viel in Deutschland: SIHK-Bildungsgeschäftsführer Thomas Haensel übergab daher mit Freude die Zertifikate an die Flüchtlinge.

Lüdenscheid - Da dürfte kaum jemand widersprechen: Die Integration der Flüchtlinge in die deutsche Gesellschaft ist eine Hercules-Aufgabe. Doch auch eine lange Reise beginnt mit den ersten Schritten. Die ist auch die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) inzwischen gegangen.

Konkret gemeint sind damit Qualifizierungsprojekte für Flüchtlinge. Zwei davon gab es bereits im SIHK-Bildungszentrum in Hagen, der dritte Lehrgang endete gestern offiziell in der Technischen Bildungsstätte des SIHK am Lüdenscheider Lehmberg. Sechs Wochen haben dabei insgesamt 17 junge Flüchtlinge die deutsche Sprache trainiert und einen Blick in die technische Berufswelt geworfen. Erfreut konnte SIHK-Bildungsgeschäftsführer Thomas Haensel den Teilnehmern die entsprechenden Zertifikate aushändigen. Seine Worte in Richtung der jungen Männer: „Die Urkunden können für Ihren Werdegang noch wichtig sein. Papiere öffnen in Deutschland ja bekanntlich Türen.“

In der Tat könnte der sechswöchige Lehrgang, bei dem das Schwergewicht auf der Vermittlung deutscher Sprachkenntnisse lag, bedeutsam für die Zukunft der Flüchtlinge sein. Denn die Qualifizierung war gleichzeitig auch Vorbereitung auf ein dreimonatiges Berufsorientierungspraktikum, das die Flüchtlinge demnächst in Unternehmen der Region absolvieren sollen. Heimische Firmen und der Arbeitgeberverband sitzen bei der SIHK-Initiative dann auch mit im Boot. Besagtes Berufsorientierungspraktikum wiederum soll später dann möglichst in einer anerkannten Berufsausbildung münden. So jedenfalls der erklärte Wille der SIHK und ihrer Partner. Thomas Haensel: „Wir tun hier etwas, wovon wir geträumt haben. Sprache und Beruf sind die Schlüssel zur Integration. Und dazu wollen wir einen Beitrag leisten. Auch wenn das natürlich angesichts der Flüchtlingszahlen nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Bei solchen Lehrgängen zeigt sich auch, wer vielleicht für einen technischen Beruf geeignet ist.“

Über das Ausmaß der Unterstützung durch heimische Firmen war die SIHK übrigens ebenso erstaunt wie begeistert. Noch einmal Thomas Haensel: „Wir hatten im Vorfeld nicht mit einer solch starken Resonanz gerechnet. Sehr viele Unternehmen haben sich bei uns gemeldet und Praktikumsplätze angeboten.“

So auch der Lüdenscheider Licht-Spezialist Erco, der bei der gestrigen Zertifikatsübergabe durch Geschäftsführer Tim Henrik Maack vertreten war und ebenfalls einen dreimonatigen Praktikumsplatz für einen Flüchtling zur Verfügung stellt. Außerdem hat bei Erco im August erstmals auch ein junger syrischer Flüchtling eine reguläre Ausbildung begonnen – eine Lehre nebst angegliedertem Studium.

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