Massive Sicherheitsvorkehrungen

Prozess gegen mutmaßliche Räuber und Erpresser hat begonnen

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Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat der Schutzgeld-Prozess vor dem Landgericht Hagen am Montag begonnen.

Lüdenscheid - Es war einer der spektakulärsten Schläge gegen die Schutzgeld-Mafia in den vergangenen Jahren. Seit dem Montagmorgen müssen sich vier der 13 Verdächtigen, die am 17. Dezember unter anderem in der Lüdenscheider Altstadt festgenommen wurden, vor der 4. großen Strafkammer des Hagener Landgerichts verantworten. Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat der Prozess begonnen.

Bei den Angeklagten handelt es sich um Murat S. (37) und Murat Yasin H. (23), beide aus Lüdenscheid, sowie Filiz S. (30) und den 42-jährigen Ziya Y. aus Köln. Die Anklage lautet unter anderem auf schweren Raub und schwere räuberische Erpressung. DerZiya Y. steht zudem im Verdacht, Mitglied der Rockergruppe „Hell’s Angels“ zu sein. Die vier Verdächtigen sind wegen Körperverletzung, Nötigung oder Bedrohung vorbestraft und haben teilweise bereits Haftstrafen verbüßt.

Spielhallen-Betreiber und Bandenchef

Die Vorsitzende Richterin Heike Hartmann-Garschagen.

Murat S. ist laut Mitteilung des Landgerichts Betreiber mehrerer Spielhallen und soll als Bandenchef mit seiner Schwester Filiz, den beiden Mitangeklagten sowie weiteren Komplizen vereinbart haben, Geschäftsleute in Lüdenscheid und Umgebung „körperlich anzugehen“ und ihren Betrieb empfindlich zu stören, sofern sie den Geldforderungen der Bande nicht nachkommen. So sollen sie von Ende 2014 bis Ende 2015 in Lüdenscheid in zehn Fällen unter anderem Schutzgelder erpresst haben.

Schuss am Rathausplatz 

Im September 2015 sollen zwei der Angeklagten in einem Café am Rathausplatz einen Schuss abgegeben haben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat Filiz S. den Café-Betreiber aufgefordert, die Videoaufzeichnung des Vorfalls auszuhändigen, ansonsten würden „noch am selben Tag 100 ‘Hell’s Angels’ aus Köln kommen, um ihn platt zu machen“, heißt es in der Anklageschrift.

Geschäftsleute eingeschüchtert und erpresst

In weiteren Fällen sollen Schläger losgeschickt, Geschäftsleute eingeschüchtert und erpresst und teilweise übel zugerichtet worden sein. In dem Verfahren geht es um mehr als 30.000 Euro erbeutetes Bargeld. In einem Fall soll ein Inhaber eines Cafés unter Druck auf die Rückzahlung von 23.000 Euro verzichtet haben. In der Mitteilung des Landgerichts heißt es zudem: „Inwieweit tatsächlich in größerem Umfang Verbindungen der Bande mit (...) ‘Hell’s Angels’ bestehen, ist nicht bekannt.“

Starke Sicherheitsvorkehrungen

Der Prozess findet unter starken Sicherheitsvorkehrungen. Zuschauer werden durchsucht und müssen ihre Personaldaten angeben. Es sind bereits 35 Verhandlungstage anberaumt, zunächst bis zum 22. November.

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