Prozess nach langer Haft: „Cappuccino-Mörder“ angeklagt

Lüdenscheid - 20 Jahre nach seiner Verurteilung wegen Mordes an einer Arbeitskollegin sitzt der sogenannte Cappuccino-Mörder Guido W. (55) wieder vor Gericht. Ab Donnerstag muss sich der ehemalige Lüdenscheider, der zuletzt in Iserlohn wohnte, vor der 1. großen Jugendkammer des Hagener Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in zwei Fällen vor.

Im März 2010 wurde der Angeklagte nach 14 Jahren im Gefängnis in Werl bedingt entlassen. Fünf Jahre später, im März 2015, wurde die Strafe endgültig erlassen. Damit galt der Tod der jungen Arbeitskollegin durch eine Blausäure-Vergiftung in einem Lüdenscheider Galvanikbetrieb als gesühnt.

Zwischen November 2015 und Januar 2016 soll der 55-Jährige nach Überzeugung der Anklagebehörde den neunjährigen Sohn einer Bekannten zweimal dazu gebracht haben, sexuelle Handlungen an sich vornehmen zu lassen. Die Mutter des Jungen hatte ihrem Sohn jeweils erlaubt, bei dem Angeklagten zu übernachten oder ihn zu besuchen. Guido W. sitzt seit Januar dieses Jahres in Untersuchungshaft.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Marcus Teich hat sieben Verhandlungstage anberaumt. Die Hauptverhandlung beginnt öffentlich. Ein späterer Ausschluss der Öffentlichkeit gilt als nicht ausgeschlossen.

Der Prozess beginnt am Donnerstag um 9 Uhr und findet im Saal 201 des Hagener Landgerichtes statt. Die Fortsetzung ist für den 17. Mai geplant.

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