Prof. Dr. Michael ten Hompel referiert auf Einladung des AGV

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Prof. Dr. Michael ten Hompel ermunterte seine Zuhörer, Industrie 4.0 selbst mitzugestalten.

Lüdenscheid - Die Zukunft der Arbeitswelt stand am Freitagnachmittag im Mittelpunkt der jährlichen Vortragsveranstaltung des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektro-Industrie Lüdenscheid. Erstmals war dazu in die Phänomenta eingeladen worden.

„Die vierte industrielle Revolution – wie wir mit modernen Informationstechnologien unsere Welt verändern“ war der Vortrag überschrieben, der auch philosophische und gesellschaftliche Fragen nicht aussparte. Darin ging es um ein Thema, um das über kurz oder lang kein produzierendes Unternehmen herum kommen wird: Industrie 4.0. Referent Prof. Dr. Michael ten Hompel entwarf kein Horrorszenario einer entmenschlichten, digitalisierten Welt, sondern ermunterte seine Zuhörer, rechtzeitig die Chance zu ergreifen, die vierte industrielle Revolution aktiv mitzugestalten. Denn die Welt stecke bereits mittendrin – und die Chance, sie mitgestalten zu können, sei das Gute daran. Der Referent forderte seine Zuhörer auf, Arbeitsplätze so zu gestalten, wie es für sie effizient ist– das sei viel einfacher, als viele glauben.

Heute gehe man davon aus, dass künftig eine hoch individualisierte Produktion und Logistik mit autonom miteinander kommunizierenden Einheiten für eine deutlich höhere Effizienz sorgen werden. Dies sei, so betonte ten Hompel, im philosophischen Sinne nach Kant eine „Erkenntnis a priori“. Denn zum jetzigen Zeitpunkt wisse noch niemand, wo diese vierte industrielle Revolution hinführe und welche Folgen sie haben wird.

Mit Beispielen erläuterte der geschäftsführende Leiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik und Leiter des Fraunhofer Instituts für Software und Systemtechnik in Dortmund, welche Möglichkeiten Industrie 4.0 auf dem Weg zu immer individualisierteren Produkten biete. Schon jetzt gebe es in der Automobilindustrie durch individuelle Ausstattungen unendlich viele Produktionsvarianten ein und desselben Modells, rechnete ten Hompel vor.

Sorgen um Datensicherheit brauche man sich im Allgemeinen nicht zu machen – dafür gebe es entsprechende Vorkehrungen. Der Paradigmenwechsel müsse im Kopf stattfinden. Deutschland dürfe sich nicht, wie beim Internethandel, bei der Entwicklung von den Amerikanern abhängen lassen: „Wir haben ein ganz anderes Verständnis. Deshalb ist es wichtig, die Souveränität über unsere Daten zu behalten.“

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