Khozama Razouk aus Syrien lernt LN-Redaktion kennen

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Khozama Razouk aus Syrien ist LN-Praktikantin.

Lüdenscheid - Vor zwei Jahren flüchtete Khozama Razouk zusammen mit ihrer Familie aus ihrer syrischen Heimatstadt Salamiya nach Lüdenscheid. Am Montag hat die Journalistin ein Praktikum in der LN-Redaktion begonnen – um weiter in ihrem Beruf zu arbeiten.

„Ich weiß, dass es am Anfang schwierig wird mit der Sprache, aber es ist wichtig für mich, weiter zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Ich möchte wissen, wie es ist, bei einer deutschen Zeitung zu arbeiten“, sagt die 40-Jährige.

Nach einem Studium der Journalistik in Damaskus hatte Razouk nach eigenen Angaben fünf Jahre lang bei einer Zeitung in der Stadt Hama gearbeitet – mit sozialen Themen als Schwerpunkt.

Razouk lernt Zeitungsalltag in Lüdenscheid kennen

„Ich habe über die Anliegen und Leiden der Menschen geschrieben“, sagt sie. Wasser, Strom, Öl zum Heizen, Schulbücher – davon sei zu wenig vorhanden gewesen. Aus den Gesprächen darüber seien lange Reportagen entstanden. Zu ihren Themen hätten auch Arbeitslosigkeit oder ausbleibende Lohnzahlungen in Unternehmen gehört, berichtet die Syrerin. „Ich habe auch oft selbst fotografiert.“

Bei den LN möchte sie den Zeitungsalltag in Lüdenscheid kennenlernen – von der Redaktionskonferenz über das Seitenlayout bis zum Formulieren der Artikel. Im Zuge dessen, so hofft sie, wird sie ihre Sprachkenntnisse verbessern und einige Lüdenscheider kennenlernen.

"Wir wollen in Lüdenscheid bleiben"

Der Krieg in ihrem Heimatland macht Razouk traurig, sagt sie. Einmal die Woche telefoniere sie mit Verwandten, die noch in Syrien sind. „Aber das Netz ist schwach.“

Mit ihrem Mann Muhi, der Apotheker ist und in der Lünschen Apotheke ein Praktikum absolviert hat, sowie mit den drei Söhnen Tarief (12), Sadek (10) und Zain (9) blickt sie dennoch nach vorne. „Wir wollen in Lüdenscheid bleiben. Das ist wichtig für die Schulbildung der Kinder“, sagt sie.

Söhne besuchen BGL und Pestalozzi-Grundschule

Tarief besucht das Bergstadt-Gymnasium, Sadek und Zain die Pestalozzi-Grundschule. Die Jungen nehmen laut Razouk an Aktivitäten der Kreuzkirche teil und spielen Fußball. Auch Schwimmen, Boxen und Musizieren wollen sie in Zukunft.

„Sie sprechen schon so gut Deutsch, dass sie mir oft helfen“, sagt Razouk. Während ihr Mann seine Sprachzertifikate bereits erhalten hat, ist sie selbst noch dabei, diese zu erwerben.

Die Familie wohnt in der Freiherr-vom-Stein-Straße und nimmt an einem Foto-Projekt der Kunstpädagogin Christina Appelt (wir berichteten) teil. „Wir sind zufrieden hier“, sagt Razouk.

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