Open Air am Bahnhof

Politiker äußern sich zu Lärmkonflikt um "End of the line"

+
Mit Teil zwei der Open-Air-Reihe geht's heute von 14 bis 22 Uhr am Bahnhof weiter.

Lüdenscheid - Fröhliche Party oder Lärmbelästigung? In Sachen Open Air "End of the line" am Bahnhof haben die LN mit Lokalpolitikern über den Konflikt gesprochen. Die sehen die Attraktivität der Stadt als zentralen Punkt.

Die Veranstalter des Open Airs „End of the line“, dessen zweite Auflage am Samnstag auf dem alten Damrosch-Gelände am Bahnhof steigt, hoffen dass die Stadt ihnen auch noch eine dritte Veranstaltung genehmigt.

Dafür müssen sie sich heute, überprüft vom Ordnungsamt, an die erlaubte Lautstärke von 65 Dezibel halten (wir berichteten).

"Wir brauchen solche Veranstaltungen"

Die LN haben Lokalpolitiker nach ihrer Meinung zum Konflikt zwischen Partyvergnügen und Lärmbelästigung gefragt.

Diese teilen im wesentlichen die Einschätzung von Veranstaltern, Gästen und Sponsoren der Party: „Wir brauchen solche Veranstaltungen, wenn wir die Stadt attraktiver und moderner machen und den Weggang von jungen Leuten verhindern wollen“, sagte CDU-Chef Oliver Fröhling.

"700 Gäste sprechen für sich"

700 Gäste sprechen für sich, findet CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling.

Wenn man sich mit Firmeninhabern unterhalte, höre man immer wieder von Schwierigkeiten, junge Leute für Lüdenscheid zu begeistern. „Natürlich rettet eine einzelne Veranstaltung das auch nicht allein, aber 700 Gäste sprechen schon mal für sich.“ Zumutbar wäre die Geräuschemission laut Fröhling nicht, fänden solche Partys jede Woche statt, aber in dem Fall sehe er das überhaupt nicht kritisch.

Zu bedenken sei, dass die Veranstalter private Investoren ohne jegliche Förderung seien. „Das ist sehr gut für Lüdenscheid.“

Lob für die Verwaltung wird als erfreulich gewertet

FDP-Chef Jens Holzrichter verweist ebenso auf die alternative Veranstaltungsform: „Andere Städte würden sich danach die Finger lecken.“ Deshalb sei es per se schon mal gut, dass die Stadt die ersten zwei Partys genehmigt hat.

„Und ich freue mich auch, dass die Verwaltung von den Veranstaltern ein Lob für die Zusammenarbeit bekommen hat. Denn ich finde, da sollte die Stadt so tolerant, offen und kulant wie möglich sein.“

"Anarchie darf es da nicht geben"

Trotz allem müsse das Ordnungsamt die Bevölkerung vor Lärmbelästigung schützen. „Man muss natürlich ausloten, was rechtlich möglich ist und was nicht, und sich darauf verlassen können, dass die Vorgaben eingehalten werden. Anarchie darf es da nicht geben.“

Appell an die Bürger in Sachen Toleranz

Auch SPD-Chef Jens Voß appelliert an die Toleranz der Bürger. „Schön, dass das Angebot von den jungen Leuten angenommen wird. Ich finde, das ist eine gelungene Angelegenheit.“

So etwas sollte auch in Zukunft möglich sein, meint er, zumal ohnehin immer mehr junge Erwachsene Lüdenscheid nach der Schulzeit verließen.

Wenn die Boxen heute so ausgerichtet würden, dass die Musik nicht über die halbe Stadt zu hören sei, „umso besser“.

"Solche Veranstaltungen nicht schon im Vorfeld ersticken"

Otto Bodenheimer, Fraktionsvorsitzender der Grünen, findet, dass „solche Veranstaltungen nicht schon im Vorfeld erstickt werden sollten“. Bis 22 Uhr sei das doch hinnehmbar. „Ich sehe da kein Problem, da kann ich ja auch meine Fenster zu machen, wenn mich das stört.“

"Die Stadt ist von solchen Veranstaltungen nicht gerade verwöhnt"

Michael Thomas-Lienkämper (Die Linke) sagt, es sei ungeschickt von den Veranstaltern gewesen, die Party vorher nicht zu kommunizieren.

Aber: „Ich gehe davon aus, dass die Bedingungen eingehalten werden. Dann sehe ich das gelassen, zumal die Stadt von solchen Veranstaltungen nicht gerade verwöhnt ist.“

Lesen Sie dazu auch:

Open Air "End of the line" am Samstag: Teil 3 auf der Kippe?

„End of the line“-Open Air am Bahnhof

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare