EOT baut neu und setzt auf innovative Energiegewinnung

+
Ein komplett neuer Firmenkomplex entsteht an der Golsberger Straße. Bis Ende April soll der Umzug komplett vonstatten gegangen sein.

Lüdenscheid - Energiekosten sind für Unternehmen wie für Privathaushalte eine enorme Belastung. Wolfgang Roll, Geschäftsführender Gesellschafter der Eibach Oberflächentechnik GmbH (EOT), hat sich daher entschieden, beim Firmenneubau im Gewerbegebiet Südlich Heedfeld energetisch komplett neue Wege zu gehen.

Die benötigte Energie sollen zwei Blockheizkraftwerke (BHKWs) liefern. Besonders ist, dass diese zu einem großen Teil mit lösungsmittelhaltiger Abluft der Maschinen betrieben werden.

Die Anlage, die das ermöglicht, ist bisher weltweit einzigartig, erklärt Wolfgang Roll. Das Konzept, das ihm der Experte vorlegte, habe ihn durchweg überzeugt. Die BHKWs, die das neue Firmengebäude mit Strom und Wärme versorgen sollen, werden im Gegensatz zu vergleichbaren Anlagen nicht nur mit fossilen Brennstoffen betrieben. Erdgas soll nur die Lücke schließen zwischen der selbst produzierten Energie und dem tatsächlichem Bedarf. Die BHKWs liefern in erster Linie Strom. Die Abwärme, die dabei quasi als Abfallprodukt entsteht, wird zur Beheizung der Gebäude verwendet, aber auch, um die Maschinen und Öfen für verschiedene Beschichtungsprozesse aufzuheizen. Sowohl bei Wärme als auch beim Strom können die BHKWS, wenn beide in Betrieb sind, rechnerisch den kompletten Bedarf des Unternehmens decken.

Wolfgang Roll beobachtet mit Spannung die Entwicklung des bislang einzigartigen Systems zur Energiegewinnung. In diesen BHKWs entsteht Strom und Wärme für das Unternehmen. - Fotos: Görlitzer

Die Grundlage für die Energieproduktion liefert die Abluft aus den Maschinen, die bei EOT zur Reinigung der Oberflächen und zur Beschichtung laufen. Darin sind Reste von Lösungsmitteln enthalten. Die Abluft wird über ein eigenes Leitungssystem gesammelt und zwei Mal gefiltert, um Schmutzpartikel zu entfernen. In einem Adsorber nehmen Kristalle die Lösungsmittel aus der Luft auf. Dem System wird heiße Luft zugefügt, was die Lösungsmittelkonzentration auf zehn Gramm pro Kubikmeter erhöht. Damit ist eine gasförmige Mischung erreicht, die so brennbar ist wie Erdgas und in den BHKWs zur Energieerzeugung genutzt werden kann, erklärt Roll.

Rund 1,8 Millionen Euro investiert EOT in diese Anlage. Voraussichtlich Ende nächster Woche soll das System komplett in Betrieb gehen. Im Juni möchte sich auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel ein Bild von der innovativen Technik des BHKWs machen.

Auch wenn längst noch nicht alles fertig ist, sieht es in der neuen Produktionshalle schon deutlich nach laufendem Betrieb aus. Als reiner Lohnbeschichter kann sich EOT keinen Stillstand leisten.

Die Gesamtinvestition an der Golsberger Straße beläuft sich auf 11,5 Millionen Euro. Derzeit ist der Umzug vom Tietmecker Weg an den neuen Standort in vollem Gange. Während die ersten Maschinen schon im neuen Gebäude laufen, werden andere gerade aufgebaut und installiert. Ein Teil der Produktion läuft noch am bisherigen Standort. Eine große Herausforderung für alle Mitarbeiter, betont Roll. Neben dem hochmodernen Gebäude bietet der neue Komplex Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft.

Außerdem wurde die Logistik für den Lieferverkehr optimiert. Die Lastwagen werden in einer Schleife um das Gebäude herumgeführt, so dass es keinen Gegenverkehr gibt. Außerdem gibt es mehrere Tore zur Be- und Entladung. Bei bis zu 100 Lkws, die täglich Material zur Beschichtung liefern oder fertige Ware abholen, ist das kein unwichtiger Faktor. 

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare