„Harter Schnitt dient Stabilisierung“

Sportklinik Hellersen: Bis zu 70 Arbeitsplätze sollen wegfallen

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Hinter den Kulissen der Sportklinik rumort es gewaltig. Der Restrukturierungsprozess habe begonnen, so die Verantwortlichen.

Lüdenscheid - Mit einem Personalabbau von bis zu 70 Beschäftigten, einem erhöhten Leistungsspektrum und der Optimierung interner Prozesse soll die angeschlagene Sportklinik wieder aus den roten Zahlen herausgebracht werden.

„Innerhalb von zwei Jahren wollen wir durch den Restrukturierungsprozess den Erhalt der Sportklinik absichern“, kündigten am Dienstag Wiebke Schandelle, hauptamtlicher Vorstand, und Dr. Christoph Niessen, Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes NRW und Sprecher des Ende Juni neu gewählten Präsidiums der Sporthilfe an. 

Trägerwechsel angepeilt

Die Sporthilfe als Verein soll möglichst bald der Vergangenheit angehören. Für das kommende Jahr peile man einen Trägerwechsel an. Seit einem Jahrzehnt arbeite die Sportklinik defizitär: „Ein Krankenhaus kann nicht von einem Sportverein ohne hauptamtlichen Vorstand geführt werden“, lautet Dr. Niessens Fazit. 

Maßnahmen seien alternativlos

Die Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden müssten, seien alternativlos: „Das ist leider ein harter Schnitt, aber er dient einer bestmöglichen Stabilisierung der Sportklinik. Es geht hier schlicht und einfach um Ökonomie.“

"Aufarbeitung der Vergangenheit"

Christoph Niessen, Wiebke Schandelle, Dr. Josef Sebastian Oswald, Georg Buhleier und Stefan Klett (v.links) wollen die Sportklinik wieder nach vorne bringen. Bis zu 70 Arbeitsplätze sollen dafür wegfallen. Das Bild entstand im Rohbau des OP-Trakts.

Mit am Tisch saßen am Dienstag auch Georg Buhleier von der Kanzlei für Wirtschaftsberatung „RBSR“ und Dr. Josef Sebastian Oswald, Geschäftsführer der Firma „curat“, Experte für Management im Gesundheitswesen. „Sie stehen uns bei der Aufarbeitung der Vergangenheit und dem daraus resultierenden Nachholbedarf zur Verfügung“, sagt Wiebke Schandelle. Herausgekommen sei, dass sich die Verantwortlichen der Sportklinik früher bei Änderungen durch die Gesundheitsreform weggeduckt und das Tagesgeschäft ungeachtet veränderter Vorgaben weitergeführt hätten. Das sei schon „Luxus“ gewesen.

Ertragssteigerungen durch verschiedene Maßnahmen

Ertragssteigerungen sollen daher nun durch verschiedenen Maßnahmen gewonnen werden, wobei der Personalabbau sicherlich zu den einschneidendsten gehört. Bisher arbeiten 350 Beschäftigte in der Sportklinik. Bis zu 70, also 20 Prozent, sollen entlassen werden. 

Enge Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat

Ein Sozialplan und ein Interessensausgleich werde in enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat zurzeit erarbeitet. „Der Abbau gilt querbeet, Details werden derzeit geprüft“, erklärt Schandelle. Berater Dr. Oswald sagt, es sei in der Vergangenheit mehr Personal eingesetzt worden als finanzierbar gewesen sei. Ziel sei es dennoch, möglichst viele Arbeitsplätze in der Sportklinik dauerhaft zu sichern, fügt Wiebke Schandelle hinzu.

Ausbau der Physiotherapie

Inzwischen seien aber schon Maßnahmen getroffen worden, die Sportklinik, die ein Defizit aus dem vergangenen Jahr in Höhe von rund zwei Millionen Euro aufweist, wieder nach vorne zu bringen. Dazu gehörten der Weiterbau des neuen OP-Traktes sowie der Ausbau der Physiotherapie. Hinzukommen solle ein verstärktes Angebot multimodaler Schmerztherapie. Eine Sportler-Hotline soll für einen kurzen Draht zur Sportklinik sorgen.

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Man habe die Rückendeckung von 64 Fachverbänden und 54 Stadt- und Kreisverbänden des Landessportbundes, betont Präsidiumsmitglied Stefan Klett.

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