Parkplätze am Mercure Hotel: LTV nimmt Aussagen zurück

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Der LTV hat seine ursprüngliche Aussage widerrufen, es gebe einen Zusammenhang zwischen Baulast und weiteren Stellplätzen am Mercure-Hotel.

Lüdenscheid - Der Lüdenscheider Tennis-Verein von 1899 vollzieht in seiner Darstellung zum Hallenneubau und der vom Mercure-Chef Ronan Doran noch nicht unterschriebenen Baulast eine 180-Grad-Wende: In einer offiziellen Erklärung des Vereins, die die Anwälte beider Seiten verhandelt haben, nimmt der LTV 99 drei Wochen nach der Jahreshauptversammlung einen Großteil seiner Darstellung, der weder von Seiten der Stadt noch vom Mercure-Hotel öffentlich widersprochen worden war, zurück. Das Mercure hat indes auf den Verein eingewirkt, der Darstellung zu widersprechen.

Vor allem an der Behauptung, Ronan Doran wolle die Unterschrift unter eine Baulast, die der Verein unbedingt für den Beginn der Arbeiten am Hallenbau benötigt, nur leisten, wenn er 40 Parkplätze von der Stadt bekomme, nimmt der Verein zurück. Die Parkplätze will Doran zwar, allerdings nicht fürs Hotel, sondern für den Stadtpark. Die Unterschrift sei daran nicht gekoppelt.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung hatte Guido Schulte für den LTV 99 es deutlich anders dargestellt, wie auch manches weitere Detail, das der Klub nun in folgender Erklärung zurücknimmt:

„Auf der Mitgliederversammlung des Lüdenscheider Tennisvereins 1899 am 12. April und in den anschließenden Presseartikeln ist der Eindruck entstanden, dass das Mercure-Hotel die für die von uns beantragte Baugenehmigung erforderliche Baulasterklärung erst unterschreiben wolle, wenn auch die Baugenehmigung für die zusätzlichen Stellplätze erteilt ist und mit dem Bau dieser Stellplätze durch die Stadt Lüdenscheid begonnen werden kann.

Zwischenzeitlich gab es ein klärendes Gespräch mit Vertretern der Stadt Lüdenscheid und Vertretern des Mercure Hotels, insbesondere dessen geschäftsführenden Gesellschafter, Ronan Doran.

Danach ist von folgenden Tatsachen auszugehen: Ronan Doran ist Anfang des Jahres 2015 an die Stadt Lüdenscheid herangetreten mit dem Ziel, diese zu veranlassen, die seit 1973 von der Stadt geschuldeten 49 Parkplätze für die Besucher des Stadtparks und der Tennisanlage – und nicht, wie fälschlicherweise behauptet worden ist, für das Hotel – zur Verfügung zu stellen.

Dabei bestand keinerlei Zusammenhang mit der von uns sehr viel später erbetenen Baulast.

Entgegen den Äußerungen im Verlauf unserer Mitgliederversammlung und den Behauptungen in der Presse existierte in der Vergangenheit – und bis jetzt – überhaupt keine Baulast, sondern nur ein Geh- und Fahrrecht zugunsten der Stadt Lüdenscheid. Die jetzt von uns erbetene Baulast geht über dieses Geh- und Fahrrecht weit hinaus, sie würde die Nutzbarkeit des Hotelgrundstücks sehr viel weiter einschränken als das existierende Geh- und Fahrrecht. Resultierend aus dem Geh- und Fahrrecht hätte der Tennisverein lediglich einen Anspruch auf Abgabe einer gleichlautenden Baulast.

Falsch ist auch die aufgestellte Behauptung, die alte Baulast erlösche durch den Hallenneubau. Es gibt keine alte Baulast. Folglich kann auch keine alte Baulast erlöschen.

Ebenso falsch ist die Behauptung, der Hotelmanager Ronan Doran wolle die Unterschrift unter die Baulast nicht leisten, noch nicht. Tatsache ist vielmehr, dass der Lüdenscheider Tennisverein den für die Vorbereitung der Baulasterklärung seitens der Stadt Lüdenscheid angeforderten Lageplan erst am 3. März 2016 bei der Stadt eingereicht hat. Herr Doran hat von sich aus zwecks Forcierung der Angelegenheit Anfang April bei der Stadt Lüdenscheid den Entwurf der zu unterzeichnenden Baulasterklärung erbeten und diesen am 7. April 2016 erhalten. Bereits am übernächsten Werktag, nämlich am 11. April 2016, hat Herr Doran über seinen Anwalt mit der Stadt Lüdenscheid Kontakt aufgenommen zwecks Abklärung von zwei Detailfragen zu der Baulasterklärung.

Damit steht fest, dass die eingetretene Verzögerung jedenfalls nicht auf das Verhalten von Herrn Doran zurückzuführen ist.

Falsch ist auch die im Verlauf der Mitgliederversammlung und in der Presse aufgestellte Behauptung, Herr Doran wolle nun 40 weitere Stellplätze und bis er diese nicht habe, wolle er auch die Baulast nicht unterschreiben. Richtig ist vielmehr, dass Herr Doran überhaupt keine weiteren Stellplätze haben möchte, er möchte lediglich, dass die Stadt die ausweislich des Erbbaurechtsvertrages geschuldeten Stellplätze für die Nutzer des Stadtparks und der Tennisanlage zur Verfügung stellt. Einen Zusammenhang zwischen Baulast und den weiteren Stellplätzen hat Herr Doran niemals hergestellt.

Falsch ist auch die Behauptung, der LTV 1899 hoffe auf das Einlenken von Herrn Doran. Herr Doran hat seine Unterschrift niemals verweigert. Er hat die Angelegenheit sogar von sich aus beschleunigt. Deshalb war ein Einlenken gar nicht erforderlich.

Die Ausführungen im Kommentar und im Satirischen Wochenrückblick in den Lüdenscheider Nachrichten bezüglich der Parkplätze und der Baulast sind falsch. Sie entbehren jeder tatsächlichen Grundlage. Dies gilt insbesondere für die Unterstellung, der Hotelmanager nutze die Notlage des Tennisvereins für seine Belange, die Gelegenheit sei günstig, weil man den Lüdenscheider Tennisverein als Geißel nehmen könne.

Der Lüdenscheider Tennisverein distanziert sich ausdrücklich von der Darstellung in der Presse.

Es ist uns ein Anliegen, den Sachverhalt auch gegenüber der Öffentlichkeit richtigzustellen und insbesondere darauf hinzuweisen, dass das Mercure Hotel unserem Vorhaben auf keinem Fall im Wege steht und auch niemals im Wege stand, sondern im Gegenteil uns bei der Realisierung unseres für den Verein so wichtigen Projektes unterstützt.

Der Vorstand des Lüdenscheider Tennisvereins hat sich im Verlauf der Besprechung vom 20. April bei Herrn Doran entschuldigt.

Wir vom Vorstand sind zuversichtlich, dass nunmehr mit dem Bau der Tennishalle kurzfristig begonnen werden kann.“

Anmerkung der Redaktion

Die LN-Redaktion legt Wert auf die Feststellung, dass sie sich in Darstellung und Wertung des Sachverhalts explizit auf die Aussagen des LTV bezogen hat. Die LN bleiben dabei, dass diese Aussagen exakt in der wiedergegebenen Form gemacht worden sind.

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