EOT vollzieht Energiewende -Minister Remmel begeistert

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Im Maschinenraum: NRW-Umweltminister Johannes Remmel (r.) mit EOT-Geschäftsführer Wolfgang Roll und SIHK-Vize Dietrich Alberts (l.) beim Firmenbesuch in Heedfeld.

Lüdenscheid  - Die Idee ist simpel. EOT macht aus belasteter Luft saubere Luft und verdient damit Geld. „Wir sind ein sehr energieintensiver Betrieb“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Roll und fügt hinzu: „gewesen.“

Im Neubau im interkommunalen Gewerbegebiet Heedfeld hatte gestern NRW-Umweltminister Johannes Remmel die Gelegenheit, sich die weltweit einmalige Lüftungstechnologie erklären zu lassen, die seit drei Wochen anstandslos läuft und sich in drei Jahren amortisiert haben wird. 1,8 Millionen Euro hat EOT als Dienstleister in der Oberflächentechnologie dafür ausgegeben.

Rund 100 Mitarbeiter kümmern sich am Golsberger Weg um Korrosionsschutz für Kunden schwerpunktmäßig aus dem Automobilbereich und der Windkrafttechnologie. Um genau diesen Korrosionsschutz geht es. Bei der Vorbereitung der Produkte wie Schrauben und Federn sowie bei der Zink-Lamellenbeschichtung werden Lösemittel eingesetzt und in der Abluft freigesetzt. Typischerweise würden sie thermisch behandelt, das heißt verbrannt. Das macht EOT auch, aber die Abluft wird weiter konzentriert und zwei erdgasgetriebenen Blockheizkraftwerken zugeführt. „Wir geben 100 Prozent Energie rein und bekommen 105 Prozent raus“, erklärte Roll dem Minister das Verfahren der EOT-eigenen Energiewende.

Interessant an den beiden 400-Kilowatt-Blöcken ist natürlich der Strom, noch mehr aber die Abwärme die sie produzieren. Für den Normalbetrieb des Unternehmens samt Heizung etc., aber auch für die Produktion wird Brauchwasser mit 85 Grad in einem Tank von 50 000 Litern unterirdisch gespeichert, doch auch für die Öfen zur Beschichtung wird heiße Luft benötigt bei 220 Grad. Heißluft bis 150 Grad können aber ebenfalls die BHKWs produzieren, nur der Rest muss mit Erdgas zugefeuert werden.

„Eine revolutionäre Angelegenheit“, fand der Umweltminister, „das passt gut in die Zeit“ und könne Modellcharakter für andere Unternehmen haben, die gerade dabei seien, „ihre eigene Energiewende zu frickeln“. Rund anderthalb Stunden hatte sich Remmel Zeit genommen, um zusammen mit Landrat Thomas Gemke, SIHK-Vize-Präsidenten Dietrich Alberts und Bürgermeister Dieter Dzewas das Projekt zu bestaunen.

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