Neue Perspektive fürs Forum

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M. Salih Younus, Frankfurter mit irakischen Wurzeln, ist Eigentümer des Forums. Er will den Sanierungsstau auflösen.

Lüdenscheid - Das neue Logo war am schnellsten fertig: „Y*Forum“ in Weinrot und Grün. Alles andere braucht mehr Zeit. Nachdem M. Salih Younus Mitte Dezember für 330 000 Euro das Forum am Sternplatz ersteigert hatte, bekam er zur Adresse mit Potenzial auch mehr als 50 Kisten mit Aktenordnern sowie eine lange To-do-Liste der Stadtverwaltung.

Das schreckt den Frankfurter Einzelhandelskaufmann mit irakischen Wurzeln nicht. Sein Kerngeschäft ist der Goldhandel in Dubai, und auch in seinem Lüdenscheider Neuerwerb sieht er Glanz unter der Staubschicht. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Younus. Und ergänzt: „Aber man weiß nicht, was danach kommt.“

Inzwischen weiß er das. Nach vielen Gesprächen in großer Runde mit der Stadt hat er eine genauere Vorstellung davon, was die nach Jahren des Stillstands von einer Forum-Entwicklung erwartet. Ganz oben auf der Liste steht der Brandschutz: eine neue Entrauchungsanlage, neue Türen an entscheidenden Stellen, eine Brandmeldeanlage, dazu erforderliche Renovierungsarbeiten. Dazu kommen die Suche nach geeigneten und kurzfristig verfügbaren Handwerkern und natürlich viele Gespräche mit Mietinteressenten. Im Moment ist Frankfurt – Forum eine Standardstrecke.

„Hier kann man so viel Schönes machen“, ergänzt Younus’ Beraterin Gabriele Müller. Die Frankfurter Maklerin erläutert das Konzept, an dem gearbeitet wird, um aus dem lange vernachlässigten, verwinkelten Komplex einen neuen Innenstadt-Magneten zu machen. „Nicht dieser kalte Schick“ schwebt ihr vor, sondern Angebote mit Persönlichkeit und Lokalkolorit. Etwas für Jung und Alt wolle man im Branchenmix widerspiegeln, sagt sie und nennt große Namen von „heißen Interessenten“, die sie mit kleinen örtlichen Dienstleistern und Läden mischen möchte. „Zwei Ankermieter vorne und hinten“ sieht das Konzept vor, darunter ein großer Lebensmittelmarkt. Weitere Stichworte sind „ein tolles Restaurant“, vielleicht mit persischer oder libanesischer Küche, ein klassischer Herrenfriseur und Herrenschneider, eventuell ein Café, Räume für größere Veranstaltungen, aber auch öffentliche Toiletten und eine kleine Ruhezone ohne Konsumzwang. Lesungen sollen möglich sein und ähnliche Aktivitäten.

Um zusätzliche Zugänge zu schaffen, sei man derzeit im Gespräch mit weiteren Eigentümern. Auch das sei mitunter mühsam. Trotzdem ist Gabriele Müller zuversichtlich. Alle Arbeiten seien beauftragt, noch in diesem Jahr „wird es sehr schön werden“, verspricht sie und bekräftigt den Willen des Eigentümers zum Engagement: „Ich mach’ das, ich behalte es, ich will es nicht veräußern.“ Ähnliches hat Hausmeister Jürgen Wöller wohl in den Jahren zuvor von wechselnden Eigentümern gehört. Jetzt ist er für die Frankfurter tätig und arbeitet mit am nächsten Anlauf, dem innerstädtischen Problemfall endlich eine neue Perspektive zu geben.

Ein Anfang ist jedenfalls gemacht, auch optisch: Die Tiefgarage bekommt derzeit bei laufendem Betrieb einen frischen Anstrich, eine gute Beleuchtung, eine Bodensanierung. Mithilfe eines neuen, tierfreundlichen Systems soll sie zudem endlich taubenfrei werden. Danach will man sich abschnittsweise wieder nach oben arbeiten. Auch bildlich gesprochen.

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