Neubau der Feuerwache: „Wir müssen was tun“

Die Feuer- und Rettungswache am Dukatenweg

Lüdenscheid - Wann der Neubau der Feuer- und Rettungswache kommen wird, steht noch nicht fest, aber dass er kommt schon. Dr. Karl Heinz Blasweiler, erster Beigeordneter und Kämmerer der Stadt, lässt daran keinen Zweifel. „Wir müssen was tun.“

Hintergrund seien Änderungen, die sich im Laufe der vergangenen Jahre sowohl im technischen als auch im personellen Bereich ergeben hätten. „Fahrzeuge sind größer geworden. Es gibt zusätzliche technische Hilfsmittel. Alles ist größer, breiter, höher geworden, aber die Säulen an den Torausfahrten stehen nun einmal unverrückbar.“

Auch der Personalbedarf sei erheblich angewachsen, nachdem nach einer EU-Richtlinie die wöchentliche Arbeitszeit von Feuerwehrleuten verkürzt werden musste. Zusätzliche Anforderungen für den sanitären Bereich seien geschaffen worden, weil inzwischen auch Frauen am Dukatenweg im Dienst seien. Zurzeit seien dort 80 Beschäftigte tätig, laut Stellenplan für 2017 kämen insgesamt zehn hinzu. Dies erfordere mehr Raumbedarf. Auch beim Arbeitsschutz gebe es Nachholbedarf. Bisher sei dies durch ergänzende Maßnahmen noch aufgefangen worden, doch dies sei nun nicht mehr dauerhaft möglich.Dies hatte ein von der Stadt beauftragter externer Gutachter festgestellt.

„Wir wollten auch nicht in eine Situation kommen wie vor zwei Jahren die Stadt Menden, als die staatliche Aufsichtsbehörde eingriff und die Feuerwehrfahrzeuge draußen geparkt werden mussten“, betonte Dr. Blasweiler. Die Politik sei vor der Sommerpause darüber informiert worden und am Montag von dem vorliegenden Zwischenfazit des Gutachters.

Um zunächst für Verbesserungen in der Feuer- und Rettungswache zu sorgen, seien 475.000 Euro in den Haushaltsentwurf 2017 eingestellt worden. Zudem sei eine Projektgruppe unter seiner Regie gegründet worden, in der zwei Feuerwehrleute, Vertreter der Zentralen Gebäudewirtschaft, der Bauaufsicht, der Organisationsabteilung und des Personalrats vertreten seien. Auch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit sei dabei.

Die Probleme seien natürlich nicht von heute auf morgen aufgetaucht. Zudem habe es einen Meinungsstreit zwischen Personalrat und Leitung gegeben, wie die weitere Vorgehensweise aussehen solle.

Eine Gefahr für die Einhaltung des Haushaltssicherungskonzeptes (HSK) sieht Dr. Blasweiler durch die Finanzierung eines Neubaus nicht. „Nehmen wir mal an, ein Neubau kostet 10 Millionen Euro. Da ist eine Tilgung in zehn Jahren möglich. Diese Abwicklung ist im HSK machbar, und ich habe darüber auch schon mit der Kommunalaufsicht gesprochen. Außerdem besteht eine Refinanzierung über Rettungsdienstgebühren. Wir brechen hier in der Kämmerei nicht in Verzweiflung aus. Eher machen uns granatenhafte Einschläge wie die angekündigte erhöhte Umlage von 1,6 Millionen Euro durch den Landschaftverband Westfalen Lippe im nächsten Jahr Probleme.“  

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