Nach Anschlag: Risiko für Türkei-Urlauber „kalkulierbar“

+
Philipp Kleinschmidt, stellvertretender Leiter des First-Reisebüros an der Wilhelmstraße.

Lüdenscheid - Der jüngste Terroranschlag, dem Reisende auf dem Hauptflughafen in Istanbul zum Opfer gefallen sind, verunsichert kurz vor den Sommerferien auch zahlreiche Lüdenscheider Familien, die einen Türkei-Urlaub gebucht haben.

Philipp Kleinschmidt, stellvertretender Leiter des First-Reisebüros an der Wilhelmstraße, hat nach Bekanntwerden des Attentats reihenweise E-Mails und Telefonate zu beantworten. Seine Meinung: „Für Antalya und die türkische Riviera schätze ich das Risiko als kalkulierbar ein.“

Der Touristik-Experte sagt, dass das Auswärtige Amt seit Beginn der Anschlagsserie im Juli 2015 „lediglich Teilreisewarnungen“ herausgebe. Für die ganze Türkei liegt derzeit keine Reisewarnung vor, so dass die Veranstalter nicht gezwungen sind, Buchungen von Urlaubern kostenlos zu stornieren.

Auf der Internet-Seite des Auswärtigen Amtes heißt es unter anderem: „Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen.“ Allgemein werde Reisenden in Istanbul, Ankara und anderen Großstädten der Türkei zu erhöhter Vorsicht geraten. Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak rät das Auswärtige Amt hingegen „dringend“ ab. Philipp Kleinschmidt ergänzt: „Man sollte größere Menschenansammlungen bei Demos oder Freitagsgebeten oder auf Märkten und Basaren nach Möglichkeit meiden!“

Live-Ticker zum Terroranschlag

Noch sind die Reiseveranstalter also zurückhalten. Es gebe einige unter ihnen, die Stornierungen kulanter als andere behandeln, so Kleinschmidt weiter. „Insgesamt muss man aber sagen, dass die Preise für Urlauber in der Türkei so attraktiv sind, dass man im Falle einer Umbuchung kaum vergleichbare Alternativen findet.“ Es könne also passieren, dass man für weniger Leistungen am Ende sogar einen höheren Preis bezahlen muss. Die Suche nach Ersatzreisen gehört nach Kleinsch,midts Worten „zu unserem Knowhow“. Es gebe immer Möglichkeiten, Kapazitäten oder Nischen, die man alternativ finden kann. „Darin sind wir Profis.“

Neben Antworten auf Anfragen zu Reisewarnungen und Umbuchungen befasst sich Kleinschmidt derzeit noch mit zahlreichen Spätentschlossenen, die ihre Reisetermine vom Abschneiden der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften abhängig machen. „Jetzt ist absehbar, dass es vielleicht weitergeht. Danach ist dann Reisezeit.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare