Alternativen zum Staberg

Musikschule: Bürgermeister Dzewas über gescheiterte Optionen

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Die bestehende Musikschule spiegelt sich in der Sterncenter-Fassade.

Lüdenscheid - Bürgermeister Dieter Dzewas fasste in der Ratssitzung am Montagabend die geprüften und verworfenen Optionen zum Musikschul-Neubau in der Altstadt zusammen. Er reagierte damit auf den Vorschlag des CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Ralf Schwarzkopf, Capitol und Rosiepen-Haus zu nutzen.

Ob mangelnde Wirtschaftlichkeit, akustische Belastung oder Probleme bei der Verkehrsanbindung – keiner der möglichen Musikschulstandorte innerhalb der Altstadt sei in Frage gekommen. Das machte Bürgermeister Dieter Dzewas in der Ratssitzung deutlich.

Wie angekündigt, stellte er unter dem Tagesordnungspunkt "Bekanntgaben" verschiedene geprüfte und verworfene Alternativen zum Staberg-Neubau vor.

Dzewas spricht über verworfene Optionen

„Dass der, der die Diskussion erneut angestoßen hat, sich das heute nicht noch mal anhört, ist schade. Aber es wird wohl möglich sein, ihm mein Protokoll weiterzuleiten“, sagte der Bürgermeister und bezog sich dabei auf den nicht anwesenden CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Ralf Schwarzkopf, der zuletzt den Vorschlag gemacht hatte, die Musikschule im Capitol- und Rosiepen-Gebäude an der oberen Wilhelmstraße unterzubringen (wir berichteten).

Zu den verworfenen Optionen: Im April 2014 sei das Haus an der Wilhelmstraße 56 (Capitol) bereits als Teilstandort der VHS im Gespräch gewesen, so Dzewas. Die Eigentümersituation der einzelnen Gebäudeteile sei differenziert zu betrachten gewesen und Erwerbskosten hätten nicht genannt werden können. Dieser Ansatz sei deshalb nicht weiter verfolgt worden.

Standort an der Wilhelmstraße 48 bis 52 nicht wirtschaftlich

Auch Überlegungen, die Musikschule an der Wilhelmstraße 48 bis 52 unterzubringen, seien gescheitert. Der mögliche Investor habe bei einer interfraktionellen Sitzung am 4. März 2016 erklärt, das Vorhaben sei nicht wirtschaftlich.

Im Juni 2016, so der Bürgermeister, sei es erneut um das Capitol gegangen. „Der Raumbedarf der Musikschule lässt sich im Bestand nicht abbilden“, hieß es dazu gestern.

Höhere Kosten als am Staberg

Unter Berücksichtigung der Restbreite der Turmstraße, die erhalten bleiben müsse, und der Höhe der Nachbarbebauung sei der Raumbedarf auch mit einer Erweiterung nicht nachweisbar.

Im Vergleich zum Staberg-Neubau kämen im Capitol exorbitant höhere Kosten (etwa zehn Millionen, anstatt etwa sechs Millionen) zustande.

Inakzeptable Licht- und Lüftungsbedingungen

Zum Vorschlag von Schwarzkopf sagte Dzewas darüber hinaus: „Die Gebäude Wilhelmstraße 58 (Rosiepen) und Domgasse 2 (Wohnhaus) schließen auf einer Seite direkt an das Capitol und auf der anderen Seite an die Domgasse an.“

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Es seien dann Brandwände ohne Öffnungen erforderlich, was bedeute, dass nur die Fassaden zur Turmstraße und zur Wilhelmstraße Öffnungen zur Belichtung und Belüftung der Musikschule hätten. Das sei inakzeptabel.

Architektur-Wettbewerb nicht mehr zu kippen

Der Bürgermeister erklärte in Bezug auf den laufenden Architektur-Wettbewerb am Staberg, dass die Zuwendung durch den Förderer nur erfolge, wenn das Ergebnis auch umgesetzt werde. Kippe man das Vorhaben, bleibe man auf den Wettbewerbskosten (150 000 Euro) komplett sitzen – Schadenersatzforderungen der Architekten nicht eingerechnet.

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