Mordprozess gegen „Redo“: Neue Details, offene Fragen

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„Redo“ (l.) zum Auftakt des Prozesses. Inzwischen hat der Hauptangeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Lüdenscheid/Bochum - Bei einem Raubüberfall auf eine 83-jährige Lüdenscheiderin in deren Wohnung an der Teutonenstraße erbeutete der Täter Schmuck und Bargeld im Wert von 100.000 Euro. Doch zwei seiner Bekannten brachten die Beute an sich und verkauften den Schmuck. Einen der beiden soll der Hauptangeklagte umgebracht, den anderen gekidnappt haben. Nun muss sich der 27-Jährige vor dem Landgericht Bochum verantworten. 

Am dritten Tag im Mordprozess gegen den als „Redo“ bezeichneten Hauptangeklagten sind weitere Details über die Hintergründe, aber auch über das Vorleben des Hauptangeklagten bekannt geworden. Im Zeugenstand sagte ein Kriminalhauptkommissar aus Lüdenscheid aus – und offenbarte die Erkenntnisse aus den Ermittlungen der Polizei.

Danach ist bestätigt, dass der Beschuldigte vor seinem brutalen Überfall auf die heute 85-jährige Frau an der Teutonenstraße bereits mehrfach bei ihr zu Gast gewesen ist. Mit Rücksicht auf ihr Alter und vor dem Hintergrund des umfassenden Geständnisses des Hauptangeklagten verzichtet die Kammer darauf, das Opfer des Raubes in den Zeugenstand zu zitieren.

Doch es wird klar, dass der Mann, der 2014 in einem Eiscafé in der Lüdenscheider Innenstadt als Kellner gearbeitet hat, sich offenbar das Vertrauen der alten Dame erschlichen hat. Denn nach Zeugenaussagen hat er sich diverse Mal mit einem Taxi zur Teutonenstraße bringen und dort später abholen lassen. Wie es weiter heißt, habe sein späteres Opfer ihm wiederholt Geld in die Hand gedrückt.

Auch in der Frage nach dem Verbleib der Schmuckstücke der Lüdenscheiderin gibt es bislang unbekannte Details. Die Fahnder haben den Weg der Beute bis zu ihrem Verkauf in Antwerpen rekonstruieren können. Dabei hat eine Liste des Lüdenscheider Juweliers geholfen, bei dem die Frau eingekauft hat.

Noch immer ist jedoch nicht klar, wo genau „Redo“ die Leiche des Mannes verscharrt hat, dem er mit einem Hammer den Schädel eingeschlagen hat. Die Angaben über den Standort des Grabes sind bislang vage. Mehr als „ein Waldstück bei Vlotho“ ist noch nicht bekannt.

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Ein weiteres Verfahren gegen „Redo“ hat die Hagener Staatsanwaltschaft im Hinblick auf den aktuellen Mordprozess inzwischen eingestellt. Der 28-Jährige hatte nach LN-Informationen im Mai ‘14 in Ennepetal mit zwei Komplizen einen Juwelier überfallen. „Redo“ hatte sich bei dem Überfall verletzt. Durch Blutspuren am Tatort hat ihn die Polizei über eine DNA-Analyse einwandfrei als einen der Täter identifiziert.

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