Nostalgische Momente

Yannick begibt sich mit Pokémon Go auf Monsterjagd

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Yannick im Pokémon-Go-Einsatz: Die „seltsame Kunst“ am Kulturhaus ist ein guter Ort, um Monster einzufangen.

Lüdenscheid - Tatort ist der Kulturhauspark. Da steht „seltsame Kunst“ – zumindest in der Parallelwelt der Pokémon-Go-Spieler. Und tatsächlich lassen sich die kleinen Monster nicht lange bitten und laufen Yannick vor sein Smartphone. Mit einem Wisch über den Bildschirm ist das Pokémon gefangen. Und landet im internen Index, der sich auf Yannicks Handy befindet. Dort hat der 19-jährige Lüdenscheider bereits 37 andere Pokémon-Arten versammelt.

„Ein Hardcore-Spieler bin ich nicht“, sagt Yannick. Aber warum läuft er dann durch Lüdenscheid und sammelt Pikachu, Glurak und Taubsi ein? Als Kind habe er Pokémon auf seinem Gameboy gespielt. Schon damals war das Kult. „Und Pokémon Go ist wie eine Reise in meine eigene Kindheit. Deshalb fasziniert es mich schon.“

Nostalgie ist also einer der Gründe, warum Yannick sich die Spaziergänge durch Lüdenscheid antut. Aber es gibt Grenzen. „Ich habe hier an der ‘seltsamen Kunst’ heute auch schon ein Zehn-Kilometer-Ei bekommen. Aber wie soll ich das denn bitte ausbrüten?“

Zum Verständnis: Pokémon-Eier können ausgebrütet werden, indem ihr Besitzer sich fortbewegt. Es gibt Zwei-, Fünf- und Zehn-Kilometer-Eier. „Der Trick ist, man darf sich nicht schneller als 16 Kilometer pro Stunde bewegen. Sonst wird das als Schummeln betrachtet“, berichtet Yannick. Die Aussicht, zehn Kilometer für ein Ei zurückzulegen, lässt bei Yannick keine Euphorie aufkommen. Er erzählt, wie Freunde das Spiel überlistet haben. „Langsam mit dem Rad fahren funktioniert. Und ein Kumpel von mir hat sein Handy seinem Hund umgebunden und das Tier dann durch den Garten gejagt. Es hat geklappt.“

Im Rosengarten hat Yannick einen Pokéstop ausgemacht. „Der zieht die Monster magisch an.“

Weiter geht es zum Rosengarten. Da befindet sich ein sogenanntes Lockmodul. Aber Horden von anderen Pokémon-Go-Spielern haben sich hier nicht zusammengerottet, um Pokémon in Hülle und Fülle vor die Kamera zu bekommen. Das sieht in anderen Städten ganz anders aus. „Mein Onkel hat erzählt, dass es in Köln Orte gibt, an denen die Pokémon-Go-Spieler die Straßen verstopfen, weil sie Punkte gefunden haben, an denen sich diese Pokéstops überlappen. Das reinste Chaos.“

Yannick schaut auf sein Smartphone. Noch macht der Akku mit. „Das Spiel frisst ganz schön. Deshalb sieht man viele Spieler mit Powerbanks durch die Gegend laufen.“ Dabei gibt es doch eine einfache Möglichkeit, um Strom zu sparen. „In den Einstellung gibt es einen Batteriesparmodus. Wenn man den einschaltet, spart man einiges.“

Auch diese jungen Lüdenscheider sind wie Yannick in der Stadt unterwegs, um Pikachun, Glurak und Co. einzufangen.

Wie lange will Yannick noch weiterspielen? Hat er sich ein Ziel gesetzt? „Ja. Ich will einen Dragoran fangen. Das ist das stärkste Pokémon, das nicht zu den legendären zählt.“

Legendär sind die Pokémon, die sehr selten sind – und für die deutschen Spieler noch gar nicht freigegeben sind. Also heißt es warten. Aber auch das hilft nicht immer, denn: „Manche Pokémon gibt es nur in bestimmten Ländern.“ Für ein Monster ins Ausland fahren? „Nein“, sagt Yannick, „ganz bestimmt nicht.“Yannick im Pokémon-Go-Einsatz: Die „seltsame Kunst“ am Kulturhaus ist ein guter Ort, um Monster einzufangen.

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