Sporthilfe-Präsidium: Vorwürfe durch den Landessportbund sind ehrabschneidend“

Mittelfristig Trennung von Sportklinik

Lüdenscheid - Zwischen dem nordrhein-westfälischen Landessportbund (LSB) und der Sporthilfe NRW herrscht eine hochexplosive Stimmung. „Das Verhalten ist unwürdig und ehrabschneidend“, kritisierte Thomas Lang, Vizepräsident und Sprecher des Präsidiums, das Vorgehen des Bundes.

Es geht um Geld, die Zukunft der Sporthilfe und damit der Klinik. LSB-Präsident Walter Schneeloch hatte auf einer Konferenz der Bünde und Verbände das Präsidium scharf kritisiert und Konsequenzen gefordert:

- „Die Quersubventionierung des Krankenhauses aus Mitgliedsbeiträgen der Vereine hat sich zu einem Dauerzustand entwickelt.“

- „Die Sporthilfeführung muss abgewählt werden.“ 

- „Wir bieten an, Verantwortung zu übernehmen, wenn Sie aus unserem Präsidium und unserem Vorstand ein neues Sporthilfepräsidium wählen.“

- „Konkret wäre die entscheidende erste Aufgabe, mit den derzeit in der Sporthilfe tätigen Beratern terminierte Vereinbarungen zur Veräußerung der Sportklinik zu treffen.“

Schneeloch schlug fünf Personen aus dem Präsidium des Landessportbundes vor, um die Sporthilfe zu übernehmen. Den ersten Vorstoß wird der LSB am 29. Juni bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Sporthilfe starten. Allerdings ist der LSB selbst nicht Mitglied der Sporthilfe. Dafür sind die Stadt- und Kreissportbünde sowie die Sportverbände in beiden Ebenen vertreten. Über diese Schiene soll der Machtwechsel vollzogen werden. Für Lang agiert der Landessportbund mit „manipulierten Angaben“. Die Aussage, „die Sporthilfe habe in zehn Jahren auf Kosten der Sportorganisationen 8,7 Millionen Euro verbrannt, ist ehrabschneidend.“

Tatsache sei, dass die Klinik mit externen Beratern – den medizinischen Teil hat inzwischen ein Münchner Fachbüro übernommen – in ruhiges Fahrwasser gekommen sei. „Ein sofortiger Verkauf ist Quatsch. Der LSB will sich nur das Versicherungsgeschäft ohne Rücksicht auf Verluste unter den Nagel reißen.“ Mittelfristig sei eine Trennung von der Klinik machbar, so der Präsidiumsvize, wenn sie sozialverträglich begleitet werde. „Der Standort und die Mitarbeiter sind für uns entscheidend.“

Die Aufwertung Hellersens durch den OP-Bau (sieben Millionen Euro) laufe planmäßig, so Lang. Ein neuer Vorstand könne nicht vor dem 29. Juni benannt werden, so Lang: „Je nach Ausgang.“. 

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