Respekt vor der Arbeit

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Yves Thomé hat mit der Arbeit am Stromhäuschen bereits begonnen. Jugendliche Helfer werden noch gesucht.

Lüdenscheid - Das Stromhäuschen am Eingang des Stadtparks direkt neben der Kanzlei Friebe, Prinz und Partner war bisher alles andere als ein Schmuckstück. Schmierereien machten es zu einem Schandfleck, der dringend der Verschönerung bedurfte. Dieser Aufgabe hat sich nun der Graffiti-Künstler Yves Thomé vom Künstlerkollektiv „Narrenhände“ angenommen.

Objekte, die mit technisch gut ausgeführtem Graffiti gestaltet sind, werden oft schon aus Respekt vor der investierten Arbeit mit weniger Kritzeleien verunstaltet. „Wenn aber dennoch jemand meint, sich verewigen zu müssen, fällt das bei einer flächigen Gestaltung erstens nicht so auf und lässt sich zweitens besser beseitigen“, ist sich Thomé sicher. Obwohl er längst mit der künstlerischen Verschönerung des Stromhäuschens begonnen hat, sucht er noch Entwürfe von Jugendlichen zwischen 12 und 20 Jahren, die in das Hauptmotiv, einen Wald, mit eingebunden werden könnten.

Bereits im letzten Jahr startete Thomé einen Aufruf, Entwürfe einzureichen – wir berichteten. Den Jugendlichen, die eine gelungene Skizze vorlegten, sollte die Möglichkeit gegeben werden, ihn unter Anleitung des erfahrenen Graffiti-Künstlers selbst mit der Sprühdose zu realisieren. „Damals wurde aber nur ein einziger Entwurf eingereicht, weshalb ich den Aufruf noch einmal wiederholen möchte“, erklärt Thomé. Insgesamt könnten noch zwei weitere Motive untergebracht werden. „Auf den Wald als flächiges Grundmotiv bringen wir dann gemalte Seiten auf, in die die Bilder der Jugendlichen eingefügt werden können“, so der Graffiti-Künstler. Die Motive sollten thematisch die Bereiche Wald, Natur und Stadtpark abdecken, um gut in die Umgebung zu passen.

Das Stromhäuschen verfügt über rund 40 Quadratmeter Außenfläche – viel Platz, der gestaltet werden will. Zwar hat Yves Thomé für sein Projekt bereits zwei Sponsoren gefunden – die Kanzlei Friebe, Prinz und Partner sowie den Freundeskreis Agendagruppe Stadtpark – allerdings würde sich der Künstler auch noch über weitere Geldgeber freuen. „Schließlich kosten die Farben allein schon rund 600 Euro“, verrät der Lüdenscheider Künstler. Wenn das Wetter mitspielt, ist Yves Thomé zuversichtlich, das Projekt eventuell in zwei Wochen abschließen zu können. „Bei starkem Regen, wenn der Untergrund feucht oder nass ist, kann man allerdings nicht arbeiten, weil dann die Farbe nicht haftet“, betont Thomé. In diesem Fall und aufgrund der Tatsache, dass nur am Wochenende an dem Projekt gearbeitet werden kann, könnte sich die Aktion jedoch auch noch verlängern. Wer Lust hat, sich mit einem eigenen Graffiti-Motiv auf dem Stromhäuschen am Stadtpark zu verewigen und ganz nebenbei zu lernen, wie man ein richtig guter Sprayer wird, kann sich auf www.narrenhaende.de näher informieren. Hier befinden sich auch alle Kontaktdaten. Entwürfe können bis spätestens Freitag, 1. Mai, eingereicht werden. - bot

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