Ein Land, das auf der Suche nach seiner Freiheit ist

Lüdenscheid - Myanmar, auch Burma genannt, ist ein Staat in Südostasien zwischen Thailand, Laos, China, Indien, Bangladesch und dem Golf von Bengalen. An die 60 Jahre lang stand das Land unter einer Militärherrschaft. 2011 wurde mit Thein Sein erstmals ein ziviler Präsidenten als Staatsoberhaupt eingesetzt.

Doch der Weg zur Demokratie ist weit. „Myanmar goes Democrazy“ heißt ein Film des Lüdenscheider Filmemachers Daniel Grendel. Er drehte 2014 einen 90-minütigen Dokumentarfilm, sein Erstlingswerk, dessen Umsetzung unter anderem dank der Unterstützung durch das Lüdenscheider Jugendkulturbüro möglich wurde. Im Mittelpunkt stehen burmesische Menschen in einem Land, das seine Freiheit noch sucht. Der Film ist am Montag auf der LED-Leinwand im Rosengarten zu sehen. Beginn der Vorführung ist um 15 Uhr.

Mittlerweile lebt Daniel Grendel in Berlin, kommt aber zur Lüdenscheid-Premiere seines Films in den Rosengarten und möchte mit den Menschen dort ins Gespräch kommen. Gegen 16 Uhr wird der gebürtige Lüdenscheider erwartet und will am Ende der Vorführung Fragen beantworten.

„Myanmar Goes Democrazy“ ist eine vielschichtige Dokumentation. Protagonisten sind fünf Burmesen, ihre Biografien und Lebensgeschichten. Aung Aung zum Beispiel. Mit 14 wurde er dazu gezwungen, Myanmar zu verlassen. Der Grund: Der Schüler war zur falschen Zeit am falschen Ort. Er geriet 1988 im Stadtkern von Burma in ein großes Massaker, bei dem Menschen willkürlich ermordet wurden. Aung Aung musste nach Malaysia fliehen und kehrte nie wieder in sein Heimatland zurück. Heute fischt er in Thailand, nur einen Steinwurf entfernt von der Küste seines Heimatlandes. Oder Aye Aye Sin, Journalistin, als Frau in einer Männerdomäne. Sie ging einen für myanmarische Frauen untypischen Weg voller Mut und Emanzipation und doch verletzlich. Sie kämpft für die Rede- und Meinungsfreiheit. Ihre Familie zeigt kein Verständnis für ihre Leidenschaft. Ashin dagegen ist ein Mönch und entschloss sich, für Freiheit und Meinungsfreiheit zu kämpfen. 2007 demonstrierte er friedlich für Freiheit und Demokratie. Das Militär zielte auf die Demonstranten, die Überlebenden flohen alle nach Thailand. 2011 kehrte Ashin zurück nach Burma, seitdem wird er permanent von Polizisten observiert. Die Protagonisten sprechen über ihre Ängste und Erwartungen, über Enttäuschungen und Nöte, über ihre Meinung zur Regierung und darüber, wie sie deren Führungsstil erleben.

Bis 2005 lebte der gelernte Werkzeugmechaniker Daniel Grendel in Lüdenscheid. Dann zog er nach Köln, um Kameramann zu werden, gründete seine eigene Produktionsfirma „Grand Pictures“.

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