Ordnungsamt misst Lautstärke nach Beschwerden

Open Air "End of the line" am Samstag: Teil 3 auf der Kippe?

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Gaetano Stillavato (links) und Ioannis Tsilikas hoffen am Samstag auf die Toleranz der Lüdenscheider.

Lüdenscheid - Nach einem erfolgreichen Auftakt findet am Samstag, 16. Juli, der zweite Teil der Open-Air-Party-Reihe "End of the line" statt. Den hat die Stadt genehmigt. Ob der geplante dritte Teil stattfinden kann, steht wegen Beschwerden über Lärm in den Sternen.

Die Eröffnung der Open-Air-Party Reihe „End of the line“ war ein voller Erfolg, sagen die Veranstalter Gaetano Stillavato und Ioannis Tsilikas. Am kommenden Samstag geht’s auf dem alten Damrosch-Gelände weiter mit Teil zwei.

Während die Wettervorhersage mit 22 Grad und Sonne Gutes verspricht, ziehen trotzdem dunkle Wolken auf – denn es gab am Wochenende bei der Polizei und am Montag beim Ordnungsamt Beschwerden von Lüdenscheidern, die sich von der lauten Musik gestört fühlten. Die Zukunft der Reihe ist deshalb ungewiss.

Feiern wie bei einer Strandparty

30 Tonnen Sand wie in der Karibik, das Gelände abgesteckt mit Bauzäunen im Bambusgewand, eine selbst gezimmerte Theke, bunte Blechtonnen als Tische, Essen aus der lokalen Szenegastronomie, der Phänomenta-Turm im Hintergrund und dazu elektronische Musik von DJs der Veranstaltungsreihe „Tage wie diese“ – das Konzept ging beim Auftakt auf, erklärten die beiden treuen Lüdenscheider Ioannis Tsilikas und Gaetano Stillavato im LN-Gespräch.

Beschwerden über zu laute Musik

700 junge Menschen tanzten beim ersten Teil der Open-Air-Reihe am Bahnhof.

„Es waren 700 Leute da, alle waren einfach glücklich“, sagte Stillavato. Glücklich waren mehrere Anwohner im näheren Bahnhofsumfeld sowie an entfernteren Stellen ganz und gar nicht – sie meldeten Polizei und Ordnungsamt Lärmbelästigung. Wie die LN berichteten, war die Polizei vor Ort, ließ die Party aber bis zu deren Ende um 22 Uhr laufen, da die Genehmigung der Stadt vorlag.

Dezibel-Messungen beim Soundcheck

Hartmut Ricker vom Ordnungsamt erklärte auf LN-Anfrage, elf Beschwerden seien bei ihm am Montag eingegangen – aber keine einzige direkt am Samstag über die zentrale Telefonnummer der Kreisleitstelle. „Deswegen haben wir am Samstag keine Dezibel-Messung durchgeführt.“

Das wiederum wird am Freitag beim Soundcheck passieren – auf dem Party-Gelände selbst als auch an verschiedenen Stellen der Stadt, sagte er.

Rücksicht der Veranstalter, Toleranz der Bürger

"Wir haben mit den Veranstaltern gesprochen und geplant, wie die Boxen dann aufgestellt werden. Wenn die direkt auf die Tanzfläche ausgerichtet sind, schluckt sich der Schall zum Teil selbst. Dann müsste man die erlaubten 65 Dezibel einhalten können.“

Auch am Veranstaltungstag werde das Ordnungsamt messen. Die Stadt versuche, alles in richtige Bahnen zu lenken – was mit Rücksicht der Veranstalter und Toleranz der Bürger gelingen sollte, so Ricker.

Geld, Arbeit und Leidenschaft

Dennoch: „Wenn es zu laut wird, müssen wir den Stecker ziehen und können die dritte Party nicht genehmigen.“

Dass die Reihe bis zum Ende laufen kann, hoffen Tsilikas und Stillavato. „Hier steckt viel Geld, Arbeit und Leidenschaft drin“, sagten beide.

Veranstaltung für junge Leute

Marcel Kroll (DJ Interplay) ergänzte: „Es geht darum, junge Leute in die Stadt zu bekommen und einfach friedlich zu feiern.“

Die Zusammenarbeit mit der Stadt in Sachen Grundstücksmiete und Abnahme der Fläche in puncto Sicherheit sei übrigens super verlaufen – genauso wie das Feedback vieler Sponsoren, betonte Tsilikas.

Einzig, dass man vergessen habe, die Veranstaltung über die lokalen Medien zu kommunizieren, sei natürlich unglücklich. Wären die Bürger informiert worden, hätten sie vielleicht mehr Verständnis gehabt, glauben die Veranstalter.

Auf einen Blick:

Am Samstag von 14 bis 22 Uhr findet „End of the Line“ mit Black Music der Partyreihe „Pure“ statt. Der Eintritt (ab 18 Jahre) liegt bei 10 Euro.

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„End of the line“-Open Air am Bahnhof

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