Erco-Personalleiter spricht über Fachkräftemangel

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Uwe Henning, Personalleiter bei Erco, in seinem Büro.

Lüdenscheid - Der Fachkräftemangel sei im Sauerland längst Realität und auch Erco müsse darauf reagieren, wie Personalleiter Uwe Henning sagt. Um junge Menschen von Technikberufen zu begeistern, startete Erco, international agierender Hersteller von Architekturbeleuchtung, eine Azubi-Kampagne.

„Wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter, unter anderem aus den Bereichen Elektrotechnik, Kunststofftechnik, Mechatronik, Maschinenbau und Informationstechnologie“, sagt Henning. Angesichts der Digitalisierung bekomme vor allem die Informationstechnologie eine immer größere Bedeutung.

Ob klassische Ausbildungen mit einer Kombination aus Praxis im Unternehmen und Theorie in der Berufsschule, oder ein duales Studium zum Bachelor of Engineering mit besonderem Schwerpunkt – die Ausbildungsmöglichkeiten bei Erco seien vielfältig. „Und doch bekommen wir Jahr für Jahr immer weniger Bewerbungen“, sagt der Personalexperte.

Demografischer Wandel und Attraktivität von Metropolen

„Das liegt mit Sicherheit am demografischen Wandel – es kommen weniger Menschen nach. Zum anderen haben junge Menschen die Tendenz, sich in urbane Metropolregionen zu orientieren“, beschreibt Henning die Ursachen den Problems. Hinzu komme sicherlich auch, dass das Interesse an technischen Berufen begrenzt ist.

„Mit unserer neuen Ausbildungskampagne, die nach den Sommerferien gestartet ist, wollen wir die offene, lebendige Atmosphäre bei Erco zeigen, um junge Leute auf uns aufmerksam zu machen.“

Auszubildende zieren die Plakate

Zwei Motive zieren im Zuge dessen Plakatwände in Lüdenscheid und werden auf Ausbildungsmessen, über die Social-Media-Kanäle des Unternehmens und auch als Print-Anzeigen gespielt. Zu sehen sind Auszubildende in ihrem Arbeitsumfeld – als Gesichter des Unternehmens.

Das Schlagwort „Lichtfabrik“ ergänzt die Plakate. Henning erklärt: „In dem Begriff ‘Lichtfabrik’ steckt farblich hervorgehoben das Wort ‘ich’. Damit wollen wir zeigen, dass bei all den Herausforderungen, die eine Berufsausbildung mit sich bringt, für uns der Mensch und dessen individuelle Förderung im Mittelpunkt steht.“

Vorträge und Berufsberatung in Schulen

Unabhängig von der Kampagne stehen laut Henning noch viele weitere Maßnahmen auf dem Programm, um Nachwuchs-Fachkräfte zu finden – teilweise auch Engagement, dass sich über längere Zeit bewährt habe.

„Wir müssen ganz praxisnah den Spaß an technischen Aufgaben wecken – durch Vorträge und Berufsberatung in Schulen, und durch Praktika. Die Beteiligung an Veranstaltungen wie dem Girls’ Day und der Management-AG des Bergstadt-Gymnasiums zum Beispiel gehören für uns seit Jahren dazu.“

Mehrfache Arbeitsplatzwechsel gang und gäbe

Ganz allgemein seien Lüdenscheider Unternehmen natürlich auch darauf angewiesen, dass Stadt und Region lebenswert sind. So würden sich junge Menschen zum Bleiben entscheiden. Ein weiteres Phänomen, mit dem Unternehmen konfrontiert sind, ist laut Henning eine hohe Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer.

Während diese früher nicht selten all ihre Berufsjahre beim selben Arbeitgeber verbracht hätten, seien mehrfache Wechsel heutzutage gang und gäbe.

Familie und Beruf im Einklang

„Wir bieten deshalb vieles, was den Arbeitsplatz bei uns attraktiv macht. Zum Beispiel haben wir flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit, tageweise von zuhause aus zu arbeiten. So lassen sich Beruf und Familie gut vereinbaren.“

Zur Zufriedenheit der Mitarbeiter trage auch das betriebliche Gesundheitsmanagement bei – mit Sportkursen und einem Fitness-Raum etwa. Auch Antworten auf Fragen, die sonst nur im privaten Rahmen Platz fänden, könnten die Mitarbeiter im Unternehmen erhalten, sagt Hennig.

„Wir haben Informationsangebote zu verschiedenen Bereichen. Ein Thema ist zum Beispiel die Beantragung von Pflegegeldern für Angehörige.“

Innovationskraft ein starker Motor

Doch auch die Anforderungen an die Arbeit selbst spielten eine Rolle. Zum einen sei die Innovationskraft ein starker Motor. „Die Umstellung unseres Sortiments auf LED ist ein gutes Beispiel – man spürt den Spaß an der Innovation in allen Abteilungen.“

Zum anderen legten die meisten Mitarbeiter wert darauf, Verantwortung übernehmen zu dürfen. „Die Menschen wollen keinen Null-Acht-Fünfzehn-Arbeitstag. Sie wollen etwas bewegen und Erfolg haben.“

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