Lore für neues Mahnmal an Klamer Brücke ist in Lüdenscheid

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Holte die Lore aus Norddeutschland nach Lüdenscheid: Dieter Hohaus vom Gedenkzellen-Verein.

Lüdenscheid -  Rostig und zerlegt in ihre Einzelteile liegt die historische Lore am Boden. Ein Zustand, der sich bald ändern dürfte. Nach Aufarbeitung und Zusammenbau ist der kleine Transportwagen als neues Mahnmal an der Klamer Brücke vorgesehen.

Er soll dort an das Schicksal jener Menschen erinnern, die während der Nazi-Diktatur im Arbeitslager Hunswinkel schuften mussten – und dabei oft den Tod fanden. In Gesprächen zwischen Gedenkzellen-Verein, Friedensgruppe und Stadtverwaltung geht es derzeit um die Restaurierung der Lore und um den Zeitplan für die Installierung.

Rückblende. Vor knapp zwei Jahren hatten vermutlich Metalldiebe das bisherige Denkmal abgesägt und entwendet. Die Stadt antwortete auf die Zerstörung mit der Montage einer beschrifteten Plexiglasscheibe. Eine Lösung, die von Anfang an als Provisorium gedacht war. Als dauerhafter Ersatz kam in der Folge dann die Idee auf, an der Klamer eine Lore aufzustellen. Warum eine Lore? Weil solche Schienenfahrzeuge im Arbeitslager Hunswinkel im Einsatz waren.

Doch die Beschaffung gestaltete sich als knifflig. „Diese alten Loren sind mittlerweile selten zu bekommen“, weiß Dieter Hohaus vom Gedenkzellen-Verein. Aufgrund seiner guten Kontakte als leidenschaftlicher Eisenbahnfan gelang es ihm aber, ein Exemplar in Norddeutschland ausfindig zu machen – eine mehr als 50 Jahre alte und 300 Kilo schwere Kipp-Lore, die einst im Deichbau und in einem Torfwerk fuhr. Gemeinsam mit einem Bekannten holte Hohaus die Lore per Transporter aus dem Norden. Die liegt nun auf seinem Grundstück und harrt der Dinge, die da kommen.

Erster Schritt soll das Sandstrahlen der rostigen Metallteile sein – eine Aufgabe womöglich für den Reinigungs- und Transportbetrieb der Stadt (STL). Einen Termin für die Aufstellung der Lore an der Klamer Brücke gibt es noch nicht. Am 25. August jährt sich die Inbetriebnahme des Arbeitslagers Hunswinkel zum 76. Mal.

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