LN-Redakteur in der Türkei: "Abwarten wie sich die Lage entwickelt"

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Bild aus der Türkei aus der Nacht.

Antalya - Der blutige Putschversuch in der Türkei schockiert und bewegt die Menschen in aller Welt. Doch es ist Urlaubszeit - und da sind zusätzlich viele Menschen, auch und besonders aus Deutschland, in der Türkei. Wie ist die Stimmung vor Ort? LN-Redakteur Olaf Moos hat sich am Samstagmorgen aus Antalya gemeldet.

Hier meldet sich Olaf Moos aus Antalya. Nach einem sonnigen Tag am Strand der türkischen Riviera und einem gemütlichen Abend auf dem Hotelzimmer jagte uns die Nachricht vom Putschversuch einen gehörigen Schreck ein. Die Nachrichtenlage war am späten Abend höchst unübersichtlich. Das Personal an der Rezeption wirkte verunsichert.

"Wir haben keine Informationen für Sie", hieß es immer wieder. Der Versuch, die Reiseleitung telefonisch zu erreichen, scheiterte an einem hoffnungslos überlasteten Netz. So blieb uns nur, in Ruhe abzuwarten.

Alles zum Putschversuch in der Türkei hier

Vor dem Concorde-Hotel führt eine vierspurige Straße direkt nach Antalya-Stadt. Eine halbe Stunde nach Bekanntwerden des Putschversuchs gegen Erdogan schwoll der ohnehin dichte Verkehr an. Ein mehrminütiges Hupkonzert in der Nähe und die Sirenen von Einsatzwagen waren zu hören. Ob das mit einem Gebäudebrand in der Nähe zu tun hatte, ließ sich nicht sagen.

Unsere Bemühungen, einen schnellen Flug nach Hause zu bekommen, haben wir abgebrochen. Wir wollen abwarten, wie sich die Lage entwickelt.

Für heute hatten wir einen Ausflug zu einem großen Markt in der Stadt geplant. Auf Anraten der Reiseleitung verzichten wir aber zunächst darauf und bleiben in der Hotelanlage.

Die Gäste und das Personal scheinen zur Tagesordnung übergegangen zu sein. Die Atmosphäre ist äußerlich entspannt - doch man sieht mehr Smartphones und ernste Gesichter, wenn sich die Menschen unterhalten.

Nun haben wir noch zehn Tage Urlaub vor uns, hoffen, dass es ruhig bleibt und wollen versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

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