Musikalisches Dankeschön

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Hans-Werner Scharnowski wurde in der Kreuzkirche musikalisch verabchiedet.

Lüdenscheid - Sphärischer Klang zum Einzug des Gospelchors Living Gospel in die evangelische Kreuzkirche. Keyboards, Saxophon und Gitarre künden den Einmarsch der Sänger als herein schwebenden Akt an. Musikalisch klug inszenierte Idee eines Chores, bei dem die Verbindung von Gospel, Pop und Jazzelementen offensichtlich hoch im Kurs steht. Beim Publikum ohnehin, wie an der gut gefüllten Kreuzkirche unschwer zu ersehen war.

Es war dies das Abschiedskonzert des langjährigen musikalischen Leiters von Living Gospel. Hans Werner Scharnowski. 13 Jahre, so sagte Scharnowski, sei er „mit diesem tollen Chor“ unterwegs gewesen, leite nun ein letztes Mal ein Konzert des Ensembles. Am Ende gab es für ihn zum Dank einen üppigen Strauß Blumen und überschwänglichen Dank des Publikums in Form tosenden Applauses.

Angesichts hoher Temperaturen im Kirchenraum und nicht eben idealer akustischer Verhältnisse hatte der Chor die Angelegenheit so gut es ging im Griff und setzte damit die Voraussetzungen für authentischen Living-Gospel-Klang. Scharnowski blieb dabei von der ersten bis zur letzten Sekunde präsent wie eh und je, trieb mehr als siebzig Sänger und die begleitenden Musiker zu Präzision, Ausdruck und ausgewogenem Klangbild an. Stimmungsvoll kam da „I Was Created to Make Your Praise Glorious“. „Saved by the Grace“ und das mitreißende Lied „Freedom“ mündeten in ein Medley des norwegischen Komponisten Tore W. Aas, aus dem das bestechend dargebotene „Kyrie“ herausragte. Klug ausgesteuert: Gastsolistin Anja Lehmann wirkte über weite Strecken wie eine Chorsolistin, wurde so nicht extrem herausgehoben, sondern dezent klanglich in den Vordergrund gerückt, bestach mit klarer Stimme, zeigte sich im Ausdruck hoch variabel, entschwand bisweilen in schwindelnde Höhen und hatte merklich Spaß an diesem knapp zweieinhalbstündigen Konzert. Natürlich konnte auch „You Raise Me Up“ vernommen werden.

Saxophonist Eugen Wall bewies bei „God on Our Side“, dass sein Gesang absolut gospeltauglich ist. Großer Dank des Publikums am Ende, noch eine Zugabe für alle – und dann war die Ära Scharnowski beendet.

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