Landessprecherin Özlem Demirel zu Gast bei Lüdenscheider Mitgliederversammlung

Linke wollen weniger Armut, wirtschaftliche Gerechtigkeit, neue Vermögensverteilung

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Stehen weiter an der Spitze des Stadtverbands: Sprecher Josef Filippek (rechts) und sein Stellvertreter Yasin Kut.

Lüdenscheid - Armutsbekämpfung, mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit und eine andere Vermögensverteilung als bisher – mit diesen Forderungen will Die Linke bei den Großwahlen im nächsten Jahr punkten.

Dazu kommen noch antirassistische und antimilitaristische Positionen. Diese politische Ausrichtung kristallisierte sich auch bei der Mitgliederversammlung des Lüdenscheider Stadtverbands der Linken heraus. Rund 25 Parteianhänger waren zu der Veranstaltung im Linken Zentrum an der Knapper Straße erschienen. Im Mittelpunkt des Interesses an diesem Abend: der Auftritt von Özlem Demirel, die zusammen mit Ralf Michalowsky das Sprecher-Duo der nordrhein-westfälischen Linken bildet.

Zu Erinnerung: 2017 finden sowohl NRW-Landtagswahlen als auch Bundestagswahlen statt. Die Linkspartei ist dabei im NRW-Parlament derzeit nicht vertreten. „Es gibt dort keine Opposition von links“, attestiert Demirel. Das soll sich ändern. Die Worte der Landessprecherin: „Wir wollen stark in den Landtag einziehen. Es wäre fatal, wenn die AfD dort reinkommt und wir nicht.“

Gründe, links zu wählen, gibt es laut Demirel zuhauf: „Die Lage in Nordrhein-Westfalen ist alles andere als rosig. Die Armut im Land wächst, die Mieten steigen, der Sozialabbau in den Kommunen schreitet voran.“ Ergänzung des Lüdenscheider Linken Michael Thomas-Lienkämper: „Wir müssen die Leute überzeugen, dass wir eine Alternative zur herrschenden Politik sind. Die meisten Menschen halten unsere Positionen für richtig. Sie wählen uns aber nicht.“

Kritischer Blick

Die ziemlich zahlreichen Waffenschmieden, Militärstandorte und wehrtechnische Forschungsprojekte in NRW sieht Demirel grundsätzlich höchst kritisch: „Waffenexporte fachen die Kriege in der Welt an und gehören neben den Kriegseinsätzen des Westens und der wirtschaftlichen Ungerechtigkeit zu den wesentlichen Ursachen, die die Menschen aus ihrer Heimat vertreiben.“ Eine der Forderungen Demirels: Auch die Rüstungsbetriebe in NRW sollen auf eine zivile Produktion umstellen.

Im Laufe der Abends entfalte sich eine lange Debatte mit vielen Facetten. Es ging um Standpunkte der Linken, die Erfolgsaussichten der Partei und um die Niederlage bei den jüngsten Landtagswahlen. Letztere hat nach Ansicht eines Parteigängers auch diesen Grund: „Wir tun zu viel für Schwule und Lesben und setzen in der Flüchtlingsfrage zu stark auf eine grenzenlose Willkommenskultur.“

Untypische Ansichten

Nicht eben typische Ansichten für einen Linken-Anhänger. Der Mann blieb mit dieser Gesinnung dann auch weitgehend isoliert. Demirels Meinung: „Wir dürfen unsere Grundsätze nicht über Bord werfen. Und wir müssen uns gerade für die armen Flüchtlinge engagieren. Das Kapital und die Reichen können schließlich überall auf der Welt leben.“

Weiteres Thema des Abends: Vorstandswahlen. Dabei wurden Sprecher Josef Filippek und sein Stellvertreter Yasin Kut im Amt betätigt. Michael Thomas-Lienkämper ist weiter für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Als Schriftführer agiert künftig Paul Stahnke. Und das Beisitzer-Duo bilden Theo Klein und Sura Acun.

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