Schneeloch: "Klinik muss schnellstmöglich veräußert werden"

Landessportbund: „Sporthilfe wirft Nebelkerzen“

+
Aus Sicht von  LSB-Präsident Walter Schneeloch muss die Sportklinik schnellstmöglich veräußert werden.

Lüdenscheid - Der Schlagabtausch zwischen Landessportbund (LSB) und dem Verein Sporthilfe um die Sportklinik in Hellersen, um Zuständigkeiten, Jahresergebnisse und das Versicherungsgeschäft geht in die nächste Runde. Zentraler Vorwurf des LSB: „Die Sporthilfeführung wirft Nebelkerzen“.

Gegen die Aussagen von Thomas Lang, Vize-Präsident und Präsidiumssprecher der Sporthilfe, dem Verein gehe es finanziell gut, spreche die Faktenlage, so LSB-Sprecher Frank-Michael Rall. Seit zehn Jahren erwirtschafte die Sporthilfe nachhaltig negative Jahresergebnisse. 

Nur in 2012 ein Gewinn

So wiesen die den Mitgliederversammlungen vorgelegten Jahresabschlüsse der Sporthilfe überwiegend hohe Verluste aus – zum Beispiel minus 128.000 Euro für 2006, minus 1,8 Millionen Euro für 2010, Fehlbeträge von jeweils rund einer Million Euro für die Jahre 2011 und 2013. Für das vergangene Jahr summiere sich das Defizit nach eigenen Schätzungen der Sporthilfe auf den vorläufigen Höhepunkt von mindestens zwei Millionen Euro. Lediglich 2012 habe in den zurückliegenden Jahren mit einem Überschuss von 67.000 Euro abgeschlossen.

Eigenkapital habe sich halbiert

Entsprechend habe sich das Eigenkapital des Vereins in der zurückliegenden Dekade mehr als halbiert. 2006 habe der Verein noch über eine Rücklage von 21,1 Millionen Euro verfügt. Die habe sich schrittweise reduziert auf elf Millionen (2014) und auf maximal 9,1 Millionen im vergangenen Jahr.

Zu „schwarzen Nullen“ habe es für die Sportklinik aus eigener Kraft nicht gereicht, so der LSB weiter. Die Jahre 2013 und 2014 schlossen mit Defiziten von 634.000 und 711.000 Euro ab. Nur durch einen hohen Vereinszuschuss habe es im ersten Fall zu einem Plus von 21.000 Euro gereicht, im Folgejahr habe die Zuweisung den Verlust auf 56.000 Euro reduziert.

"Klinik muss schnellstmöglich veräußert werden"

Der Vorwurf Langs, der Sportbund wolle sich nur das Versicherungsgeschäft „ohne Rücksicht auf Verluste“ unter den Nagel reißen, gehe an der Realität völlig vorbei. LSB-Präsident Walter Schneeloch habe in einer Stellungnahme erklärt: „Die Sportklinik Hellersen ist ein mittelständisches Unternehmen mit mehr als dreihundert Mitarbeitern. Es wäre fatal, wenn diese nun für die schlechte Führung der Sporthilfe während der vergangenen Jahre bestraft würden. Vieles, was wir hören, spricht dafür, dass in der Klinik eine gute Arbeit geleistet wird. Und weil das so ist, gibt es aus unserer Sicht nur eine Möglichkeit: Die Klinik muss schnellstmöglich veräußert werden, und zwar unter Berücksichtigung der Kriterien ,Größtmöglicher Arbeitsplatzerhalt’ und ,Wirtschaftlicher Ertrag für die Sporthilfe’. Der Sport hat in den vergangenen Jahren leider bewiesen, dass es nicht in seiner Kompetenz liegt, erfolgreich eine Klinik zu führen. Es ist auch nicht seine Aufgabe, das damit verbundene Risiko zu tragen, auch wenn dies derzeit noch Satzungszweck der Sporthilfe ist. Die dahinter stehende Idee ist schlicht nicht mehr zeitgemäß.“

Das zweite Ziel des Landessportbundes sei es, den derzeit gültigen Versicherungsvertrag zwischen Sporthilfe und der Arag zu prüfen und gegebenenfalls neu zu gestalten. Anschließend solle dieser Bereich in den LSB überführt werden. Ob und wann dieses erfolge, sei nicht vorrangig, so der LSB-Präsident weiter. Inhaltliche Fragen zur Sportversicherung – zum Beispiel für Betriebsgesellschaften mit kommerziellem Hintergrund (Golf) – seien dagegen seit Jahren nicht konsequent angegangen und gelöst worden.

Lesen Sie dazu auch:

Sportklinik Hellersen in Schieflage - Vorstand Koke fristlos entlassen

- Sportklinik mit Millionenverlust

- Sportklinik Hellersen: Interimsvorstand abberufen

- Mittelfristig Trennung von Sportklinik

Sportklinik: Präsidium kritisiert „Eigenleben“ des Vorstands

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare