Bund der Steuerzahler 

Kosten für Außengastronomie: Lüdenscheid sehr günstig

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Nur für das Eiscafé mit Außengstronomie an der Wilhelmstraße gelten die 1,69 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Lüdenscheid - Unter freiem Himmel sitzen, sehen und gesehen werden, die Zeit mit Freunden genießen, mit einem Eis, einem Stückchen Torte – für viele macht das erst einen schönen Sommertag komplett. Doch selbstverständlich ist das Angebot nicht. Denn Gastronomen müssen in vielen Städten Mehrkosten einkalkulieren, wenn sie Außensitzplätze anbieten möchten. Und der Umsatz stimmt nur, wenn das Wetter stimmt.

Der Bund der Steuerzahler hat einen Überblick veröffentlicht, der – soweit bekannt – die Sondernutzungsgebühren nordrhein-westfälischer Städte mit mehr als 60 000 Einwohnern auflistet. Spitzenreiter ist Bonn mit einem Gebührensatz von zwölf Euro je angefangenem Quadratmeter und angefangenem Monat. Dort addieren sich die Gebühren für 25 Quadratmeter und fünf Monate auf 1500 Euro. Lüdenscheid steht mit 208,75 Euro nach dieser Tabelle ganz unten auf der Kostenleiter; hier beträgt der Gebührensatz pro Quadratmeter und angefangenem Monat 1,67 Euro.

Um die Kosten vergleichbar zu machen, hat der Bund der Steuerzahler nach eigenen Angaben bestimmte Voraussetzungen zugrunde gelegt. Zu den Parametern gehören demnach die Sondernutzungsgebühren für das Aufstellen von Tischen und Stühlen ohne feste Umrandung in bester Innenstadtlage (Zone 1) zwischen Mai und September, also für 153 Tage. Auf 25 Quadratmeter öffentliche Fläche passen fünf Tische mit jeweils vier Stühlen. Größere Flächen kosten entsprechend mehr.

„Lüdenscheid sieht gar nicht so schlecht aus“, findet Dieter Rotter, zuständiger Fachdienstleiter Bauservice, angesichts der aktuellen Liste: „Die letzten zehn Jahre sind diese Kosten in Lüdenscheid konstant geblieben.“ Aussagekräftig findet er die Angabe gleichwohl nicht. Denn: „Die 1,67 Euro gelten nur für die Eisdiele Wilhelmstraße.“ Ansonsten ist die Wilhelmstraße in Zone 1 zu schmal für größere Außengastronomie-Möblierung. Der übrige Innenstadtbereich sei komplett Zone 2 und dort gelte ein Preis von 1,38 Euro pro angefangenem Quadratmeter und angefangenem Monat. Also sei die für Lüdenscheid zutreffendere Summe im Vergleich 172,50 Euro.

Somit sei der größte Teil der Außensitzplätze noch günstiger als die Kennzahl vom Bund der Steuerzahler vermuten lasse. „Das ist keine Gebühr, das ist eine Miete für die Nutzung der Fläche“, macht Rotter zudem deutlich. In Lüdenscheid verstehe man den moderaten Satz im weitesten Sinne auch als Wirtschaftsförderung.

Zum Vergleich: Düsseldorf (8,80/ 1100 Euro) und Leverkusen (8,30/ 1037,50 Euro) vervollständigen die Top drei der Rangliste. Hagen nimmt 5,20 Euro, also hochgerechnet auf fünf Monate 650 Euro. Günstiger als in der Bergstadt geht’s allerdings auch: in Viersen mit 1,10 Euro/137,30 Euro sowie in Herten und Iserlohn. Dort kostet es den Gastronomen tatsächlich nichts außer etwas Muskelkraft, Tische und Stühle vor die Tür zu stellen.

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