Komiker Martin Fromme tritt in der Reihe „all inclusive“

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Comedian Martin Fromme zeigte 2015 sein Programm bei den Kleinkunsttagen im Kulturhaus.

Lüdenscheid - „Humor und Behinderung können Hand in Hand gehen – wenn eine fehlt.“ Diese Botschaft möchte der Comedian Martin Fromme vermitteln. Am Mittwoch, 4. Mai, ist er mit seinem Programm „Besser Arm ab als arm dran“ in der Reihe „all inclusive“ von Youngcaritas Märkischer Kreis und der katholischen Jugendkirche „überdacht“ im Autonomen Jugendzentrum an der Altenaer Straße zu sehen, Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ausdrücklich sind dazu nicht nur Jugendliche eingeladen. Der Abend, mit dem die Veranstalter ihre Reihe zum Thema Integration und Inklusion fortsetzen, steht unter dem Motto „gewitzt“. In der Pressemitteilung zu Frommes Programm heißt es: „Der Mann mit dem ’appen‘ Arm inkludiert wie bekloppt.“ In Lüdenscheid ist der Comedian kein Unbekannter. Im vergangenen Jahr trat er bei den Kleinkunsttagen im Kulturhaus auf.

Martin Fromme hat selbst nur einen Arm und bezeichnet sich als „Deutschlands einzigen asymmetrischen Komiker“. Er möchte Tabus brechen und Menschen ohne Behinderungen genauso auf die Schippe nehmen wie Behinderte. „Laßt uns miteinander übereinander lachen“, so die Aufforderung, die über dem Abend stehen soll. „Sein Humor baut Berührungsängste ab“ schreiben die Veranstalter über Martin Fromme. Dabei wolle er mit seinem Publikum auch die „Tiefen des geschmacklosen Humors ausloten.“

Die Veranstalter versprechen. „Der Abend wird toll. Denn keine Randgruppe wird ausgelassen: Zeugen Jehovas, Nudisten, Frauen, Hundebesitzer, Lokaljournalisten, Vorwerk-Vertreter und anonyme Frühstücker.“ Fromme hinterfrage ironisch Vorurteile und provoziere mit seinen Aussagen, zum Beispiel zu den klaren Verhaltensregeln im Umgang mit Menschen mit Behinderung, und baue gleichzeitig eine Brücke: „Einfach mal über die eigenen Unzulänglichkeiten lachen und so zur Normalität finden.“

Viele Schwerbehinderte würden im alltäglichen Leben kaum wahrgenommen. „Fromme zwingt uns hinzuschauen. Er konfrontiert uns, spricht laut aus, was wir nicht zu fragen wagen“, heißt es in der Pressemitteilung zu seinem Programm. Und weiter: „Indem man über etwas lacht, wo eigentlich ein Tabu drauf ist, wird sofort das Thema entmystifiziert. Man lacht über ein Tabu – und das ist das Hervorragende dabei.“

Im Anschluss an das Programm wollen Jugendkirche und Youngcaritas einen Böse-Witze-Contest starten – fiese und schlechte Witze sollen ausgetauscht werden. Am besten sollten die schon in schriftlicher Form mitgebracht werden. „Alle Humorgrenzen gilt es zu sprengen“, heißt es dazu. - gör

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