DRK wird 150: Kleine Handgriffe retten Leben

Der siebenjährige Florian machte sich am Samstag ein Bild vom Innenleben eines Rettungswagens.

Lüdenscheid - Vor 150 Jahren wurde das Rote Kreuz gegründet. Aus diesem Anlass waren die Ersthelfer des DRK-Stadtverbandes Lüdenscheid und eine Abordnung des Jugendrotkreuzes Altena am Samstag auf dem Sternplatz im Einsatz, um sich und ihre Arbeit mit einem großen Aktionstag vorzustellen.

Irmgard Ortmann ging es so, wie wahrscheinlich den allermeisten Bürgern: Die Führerscheinprüfung, und damit auch der Erste-Hilfe-Kurs, liegen schon lange zurück. „Glücklicherweise bin ich nie in die Situation gekommen, helfen zu müssen“, sagte die Schalksmühlerin. Dennoch hatte Irmgard Ortmann keine Berührungsängste bei der Handhabung der „stabilen Seitenlage“. „Wir wollen den Menschen vermitteln, dass kleine Handgriffe bereits Leben retten“, so die stellvertretende Rotkreuzleiterin Marina-Ann Gülicher.

Am Samstag hatten die Ersthelfer des Stadtverbandes auf dem Sternplatz zwei Zelte aufgebaut, in denen Kinderschminken unter der Leitung von Nicole Neumann und Übungseinheiten in Erste Hilfe angeboten wurden. Zudem durfte das Innenleben eines Rettungswagens begutachtet werden. Aufgrund der eisigen Temperaturen wurde die Trainingspuppe für die Herz-Lungen-Massage vom Sternplatz in ein beheiztes Zelt verlegt.

Für die kleinen Besucher hatten sich die Mitglieder des Jugendrotkreuzes Altena etwas ganz Besonderes ausgedacht. Mit Hilfe eines Riesen-Teddys demonstrierten die Sanitäter den Ablauf einer Erstversorgung. Doch hierfür musste zunächst das Stofftier auf einer Krankentrage in den Rettungswagen transportiert werden. Dort legten die Kinder dann auch selbst die Verbände an oder machten vom Stethoskop Gebrauch. Auch Bürgermeister Dieter Dzewas nahm sich die Zeit, um sich den Fragen der DRK-Helfer zu stellen und auch selbst seine Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. Doch zunächst musste das Stadtoberhaupt einige Fragen beantworten. „Ich habe den Bürgermeister gefragt, vor welchem Ereignis er am meisten Angst hat“, so Marina-Ann Gülicher. Die Antwort: Dass er eine leblose Person auffindet, bei der bereits die Atmung ausgesetzt hat.

Nachdem Dieter Dzewas den Parcours erfolgreich absolviert hatte, bekräftigte er die Notwendigkeit nach einer regelmäßigen Auffrischung der Erste-Hilfe-Ausbildung. Hierzu Marina-Ann Gülicher: „Gerade wenn die Jugendlichen heute den Führerschein bereits mit 16 machen und dann über eine lange Zeit mobil bleiben, kann es nicht sein, dass der Kurs nur einmal absolviert werden muss“. Um hier mit einem guten Beispiel voranzugehen, kündigte der Bürgermeister für seine Behörde eine interne Schulung an, die sich ausdrücklich an alle Mitarbeiter richten wird, die sich mit dem Thema befassen wollen.

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