Gemeinde Friedenskirche zeigt Interesse

St. Petrus und Paulus steht zum Verkauf

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Die katholische Kirche St. Petrus und Paulus steht zum Verkauf. Die baptistische Gemeinde Friedenskirche hat Interesse.

Lüdenscheid - In trockenen Tüchern ist noch nichts, aber die Verhandlungen laufen schon seit einiger Zeit: Die katholische Kirche St. Petrus und Paulus im Honsel steht zum Verkauf. Die baptistische Gemeinde Friedenskirche an der Berliner Straße hat Interesse.

Das bestätigten am Donnerstag sowohl Pfarrer Andreas Rose von der Pfarrei St. Medardus als auch Christoph Niedermeyer, Gemeindeleiter der Friedenskirche, die zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gehört. 

„Die Gespräche laufen schon länger und wir informieren unsere Gemeindemitglieder auch regelmäßig über den aktuellen Stand der Dinge“, sagt Andreas Rose. „Wir müssen uns als große Pfarrei auf die Zukunft einstellen. Das erwartet das Bistum Essen im Rahmen des Strukturprozesses für die Kirche bis zum Jahr 2030. Die Steuereinnahmen gehen zurück und wir sind aufgefordert, dem mit strafferen Strukturen zu begegnen.“ 

Die Diskussionen darüber, wie dies umgesetzt werden kann, liefen schon länger. Auch über den Verkauf der Kirche St. Petrus und Paulus sei schon unter seinem Vorgänger Johannes Broxtermann gesprochen worden. Niedermeyer bestätigte die Aussagen Roses. „Es besteht Kaufinteresse unsererseits, weil wir an der Berliner Straße Platzprobleme haben – ob bei Gruppenveranstaltungen oder Gottesdiensten, bei denen wir im Schnitt 160 Besucher zählen. Wir stoßen da an unsere Kapazitätsgrenzen.“ Ein Anbau sei nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen und verworfen worden. „Über den Kauf ist aber noch nicht endgültig entschieden.“

Sowohl Andreas Rose als auch Christoph Niedermeyer verstehen, dass treuen Gemeindemitgliedern von St. Petrus und Paulus ein Verkauf schwer fällt. „Wir sind um ein gutes Miteinander und einen seelsorgerischen Prozess bemüht.“

Hermine Göken, vom Aufbau der Kirche St. Petrus und Paulus an dabei, ist empört und traurig und hat dies Pfarrer Andreas Rose deutlich gesagt: „Für mich ist eine Kirche nicht nur ein Gebäude, sondern eine Seelenheimat. Wie sollen die vielen alten Menschen, die es in der Gemeinde gibt, weiter zusammenkommen? Müssen sie künftig mit Bus und Taxi zur nächsten Kirche fahren? Wer kann sich das leisten? Ich bezeichne das Geld, das für den Verkauf der Kirche erzielt wird, als Judaslohn.“

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