Kinder sind von „uralter“ Stadt beeindruckt

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Auf dem Graf-Engelbert-Platz erfuhren die Kinder, wie Lüdenscheid die Stadtrechte erhielt.

Lüdenscheid - Das alte Rathaus, den Kirchturm der Erlöserkirche, das Wirtshaus Zum Schwejk, die Statue des Grafen Engelbert und die Reste der alten Stadtmauer entdeckten am Montag die elf Kinder aus dem offenen Ganztag (OGS) der Grundschule Bierbaum bei einer Altstadtführung.

„Lehrstoff wie in der Schule, aber wir arbeiten das anders auf“, sagt Ursula Delhougne über den Rundgang mit den elf Kindern innerhalb des Projekts „MuseobilBox“. Völlig aufgeregt gehen die Kinder mit den Museumsmitarbeiterinnen Ursula Delhougne und Ulrike Tütemann durch die Altstadt. Begleitet wird die Gruppe außerdem von den jugendlichen Helfern Clara Tütemann, Jonas Klinger, Isabell und Carla Delhougne.

Der Rundgang beginnt am alten Rathaus: „Jetzt kein Remmidemmi mehr, wir wollen die nächsten 45 Minuten doch was lernen, oder?“, fragt Ursula Delhougne. Die Kinder beruhigen sich und hören neugierig Ulrike Tüteman zu. Sie erklärt, warum am alten Rathaus das erste Haus Lüdenscheids gebaut worden ist: „Die Straße hier hoch war eine wichtige Verbindungsstraße für den Handel in der Region, deshalb wurde hier gebaut“.

So ziehen die elf Kinder mit den Betreuern durch die Altstadt. Viel erfahren und erfragen die Kinder über Hygiene, Wasserbeschaffung und Stadtbrände: Lüdenscheid ist insgesamt sechs Mal abgebrannt, 1723 war der letzte Stadtbrand, Jahreszahlen an den alten Häusern zeigen an, wann sie gebaut wurden. Dazu gibt es viele weitere kleine Details an den Gebäuden und in den Gassen der Altstadt zu entdecken.

Manchmal gibt es Verständigungsprobleme, vor allem die historischen Jahreszahlen waren den Kindern fremd: Als Delhougne anfängt: „Im Jahr 1200 ...“, wird sie von Max unterbrochen: „1200 gibt es nicht, wenn schon 2000“.

Beim Wirtshaus Zum Schwejk, wo eine Brezel noch immer darauf hinweist, dass dort ursprünglich eine Bäckerei war, stellen die Kinder fest: „Die sieht aber verschimmelt aus“. Erst, als die zehn Jungen und das Mädchen erfahren, dass dort keine echte Brezel hängt, beruhigt sich der lebendige Haufen.

Dass historische Fakten auch mit Humor gelehrt werden können, zeigt sich an der Statue von Graf Engelbert, dem „Boten aus Altena“, der Lüdenscheid einst die Stadtrechte brachte. Dort fragt Nik: „Warum sieht der denn so müde aus?“ Darauf antwortet Tütemann: „Wenn du von Altena zu Fuß nach Lüdenscheid laufen müsstest, sähest du bestimmt auch so aus oder?“

Ein schönes Schlusswort fand Alex über den Rundgang: „Ich wusste gar nicht, dass unsere Stadt so uralt ist.“ Die ersten Erlebnisse der „MuseobilBOX“-Woche haben schon mal beeindruckt. – ivd

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