Kein Baudenkmal: Alte Garage wird abgerissen

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Nicht denkmalwert und deshalb bald Geschichte: die Garage hinter der Villa Hohfuhrstraße 38.

Lüdenscheid - Hinter der denkmalgeschützten Villa Hohfuhrstraße 38 soll ein neuer Spielplatz entstehen. Dafür muss die alte Garage neben der stadteigenen Villa abgerissen werden. „Wir brauchen den Weg als Zufahrt zum Spielplatz“, sagt dazu Martin Bärwolf, Chefplaner im Rathaus. Doch so unkompliziert gestaltet sich das Vorhaben nicht.

Denn einerseits hält das Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband die 1924 erbaute Garage ebenfalls für schützenswert. Und andererseits fürchtet eine betagte und inzwischen gehbehinderte Mieterin, ihre Wohnung im Tiefgeschoss nicht mehr barrierefrei erreichen zu können. In den oberen Geschossen residiert bekanntlich der Waldorf-Kindergarten.

Doch der Kulturausschuss der Stadt hat dem Bau des Spielplatzes jetzt mit großer Mehrheit zugestimmt – mit nur einer Gegenstimme. Und die kam von Paul Stahnke von der Linken.

Stahnke ist Stellvertreter des „sachkundigen Bürgers mit Stimmrecht“ Theodor Klein und legte sich für die 90-jährige Mieterin mächtig ins Zeug. Unter anderem unterstellte er der Verwaltungsspitze, dem Investor an den Hohfuhrterrassen einen Gefallen erweisen zu wollen, wenn Kinder aus dem Neubaugebiet in der Nachbarschaft einen neuen Spielplatz bekämen.

Das wies Bärwolf vehement zurück. Im LN-Gespräch bekräftigt er: „Der Spielplatz dient allen. Wir haben alle möglichen Zufahrtwege geprüft, dies ist die einzig vernünftige Lösung.“ Zwar hält der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) an seinem Anspruch fest, auch die Garage in die Denkmalschutzliste aufzunehmen. Doch als die Stadt bei ihrem „Nein“ blieb, erklärte die Münsteraner Behörde, auf die Möglichkeit der sogenannten Ministeranrufung verzichten zu wollen. In der Konsequenz nimmt der LWL den Abriss der Garage also hin.

Martin Bärwolf erklärt: „Für die ältere Dame wird gesorgt.“ Das sei mit den zuständigen Leuten im Rathaus längst abgestimmt. Paul Stahnke müsse sich also keine weiteren Sorgen machen. Auf dem Klingelschild an der Einliegerwohnung steht übrigens der Name „Stahnke“.

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