40 Jahre Dawedeit: Investition in die Zukunft

Die Firma Dawedeit Stanz- und Umformtechnik feiert heute 40. Geburtstag.

LÜDENSCHEID ▪ Es ist eine dieser Fabrikskengeschichten, die allmählich in die nächste Generation geht: Auf den Tag genau am 1. April vor 40 Jahren übernahm Gunter Dawedeit eine kleine Firma an der Winkhauser Straße 7.

Der ehrgeizige Werkzeugbauermeister spannte Frau und Bruder ein, machte anfangs vor allem Lohnarbeiten für seinen alten Chef, und musste bereits im Jahr darauf, 1972, in größere Räume an der Gersbeuler Straße umziehen. Von 1974 bis 1999 genügte dem aufstrebenden und zunehmend erfolgreichen Betrieb ein nach und nach erweitertes und aufgestocktes Gebäude an der Königsberger Straße 37. Der „Blitzumzug“ an die Lösenbacher Landstraße 138 schien Entlastung zu bringen. Doch heute, elf Jahre später und auf 75 Mitarbeiter angewachsen, „pfeifen wir schon wieder aus dem letzten Loch“, seufzt Geschäftsführer Gunter Dawedeit. Allerdings nur, was den Platz angeht: Die Geschäftsentwicklung des selbstbewussten Mittelständlers mit 16 Millionen Jahresumsatz in 2010 deutet nach oben. Auch deshalb, sagt die Chefetage, weil man immer wieder „das gemacht hat, an das sich andere nicht ’ran trauten. Wir sind ein Risiko eingegangen, und das hat uns Erfolg gebracht.“

Zum 40. Geburtstag hat man folglich nicht in Geschenke investiert, sondern in die Zukunft. Das neue leistungsfähige Stanzzentrum, eine rund sechs Meter hohe, vielfältig einsetzbare Hochleistungsmaschine, stanzt im Moment Mastersicherungen für die Automobilindustrie, die in Motorblöcken Verwendung finden. „Die Maschine überwacht sich selbst und prüft jedes Teil hundertprozentig“, umschreibt Dawedeit die 700 000-Euro-Investition.

Modernste Technik bedeutet beträchtliche Material- und Zeitersparnis für den Kunden und Zukunftssicherung für den Betrieb. Der baut nach wie vor nicht nur komplexe Werkzeuge selbst und exportiert sie in alle Welt, sondern ist immer noch auch „Lohnstanzer“: „Wir übernehmen die Kapazität, die der Kunde nicht schafft“, sagt Gunter Dawedeit, der im April 70 Jahre alt wird.

Schritt in den Markt

für Umwelttechnologie

Mit seinem Bruder Siegfried (64) als kaufmännischem Geschäftsführer und mit Sohn Michael (42) als designiertem Nachfolger des eingespielten Führungsduos blickt er zum Firmengeburtstag optimistisch in die Zukunft. Und plant den nächsten Umzug: „2013/14 müssen wir hier ’raus, wenn die Entwicklung nur halb so gut weitergeht.“ Diesmal soll’s ein Neubau werden, ob auf der Rosmart oder im Dortmunder Phoenix Park ist noch Verhandlungssache. Nicht verhandelbar sind die besonderen Anforderungen, die die Familie an ihr neues Gebäude stellt. Zwischen 6000 und 8000 Quadratmeter müssen es sein, eine Hallenhöhe von bis zu acht Metern ist wegen der großen Maschinen erforderlich und Erweiterungsmöglichkeiten sind unverzichtbar.

Schließlich brütet man „seit mindestens fünf Jahren“ gemeinsam mit Wissenschaftlern an einem Verfahren, mit dem das Unternehmen für Stanz- und Umformtechnik die Tür zum Markt für Umwelttechnologie öffnet. „Wir können Wasser entkeimen“, nennt die Geschäftsführung das langwierig entwickelte und immer wieder erprobte Verfahren schlicht. Ob im Weltraum oder in der Blumenvase, ob in Kühlwasseranlagen oder in den Rohren für die Ostseepipeline. „AgXX“ heißt das Produkt, dessen auf Silber basierende und aktivierte Oberflächenbeschichtung von Kartuschen unterschiedlicher Größe nicht nur im eigenen Betrieb schon Unmengen von Chemikalien gespart hat. „Wir sind da guter Dinge“, sagen Dawedeits mit typisch sauerländischem Understatement. Und gehen das nächste Risiko ein.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare