Internet-Betrug: „Ich wollte auch mal irgendwas haben!“

Lüdenscheid - Gerade mal 24 Jahre jung ist sie, ohne Ausbildung und Job, aber dafür mit 5000 Euro Schulden. „Mein Ex-Freund hat immer unter meinem Namen bestellt, und ich war so blöd, es anzunehmen.“ Jetzt hat sie es selbst getan: Waren für 438,68 Euro im Internet geordert, obwohl sie kein Geld hat, die Lieferung zu bezahlen. Ihre Erklärung dafür klingt traurig. „Ich wollte auch mal irgendwas haben.“

Doch Staatsanwalt Bernd Maas bleibt unerbittlich. Unter anderem deshalb, weil die Angeklagte „für so’n Zeug, das keiner braucht“, bislang nicht einen Cent an die Lieferanten überwiesen hat. Maas ärgert sich: „Marlboro auf dem Tisch, aber nicht mal 5 Euro bezahlt.“ Und: „Das ist Betrug an der Allgemeinheit. Ich bezahle Ihren Mist mit, weil die Lieferanten den Verlust auf ihre Kalkulation umlegen.“

Elektrische Spielzeugautos „für meine Nichten“ oder eine hochwertige Taschenlampe hat die junge Frau sich schicken lassen, zum Teil unter falschem Namen. „Ich wollte in Raten bezahlen, aber dann kam eine Hartz-IV-Kürzung, und dann ging das nicht mehr.“ Sie habe es bereut, sagt sie, „aber da war es zu spät“.

Strafrichter Thomas Kabus nennt das Verhalten der Angeklagten „absolut unverständlich“. Aus einem „Frusterlebnis“ und aus dem „Wunsch, Dinge zu kaufen“ habe die 24-Jährige eine „beträchtliche kriminelle Energie“ entwickelt. Zum Glück ist sie nicht vorbestraft. So bleibt es bei einer Geldstrafe: 1400 Euro. Zahlbar in Raten. Und es bleibt bei der Verpflichtung: Die Waren müssen noch bezahlt werden.

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