Integrationskurs-Teilnehmer suchen Tandempartner und Praktikumsplätze

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Die Teilnehmer des VHS-Integrationskurses suchen Tandempartner und Praktikumsplätze.

Lüdenscheid - Deutsch zu lernen ist keine einfache Sache, das wissen die Schüler, die seit einigen Wochen in einem Intergrationskurs der VHS die Schulbank drücken, aus Erfahrung. Aber: „Wir wollen Deutsch lernen, auch wenn es manchmal ganz schön schwierig ist. Wir wollen uns verständigen können, Praktika absolvieren, studieren, eine Ausbildung machen. Für all diese Dinge ist die Sprache der Schlüssel.“ Und deshalb hatten die Schüler eine Idee: „Wir suchen Tandempartner, damit wir noch mehr lernen können.“

Izabela Kliminska kommt aus Polen. Der Unterricht im Integrationskurs macht ihr Spaß. „Aber wenn wir Hörübungen machen, habe ich Probleme, alles mitzubekommen.“ Und auch das Schreiben eines Briefes geht Izabela noch nicht so leicht von der Hand, wie sie es sich wünscht.

Maloudou Barry aus Guinea geht es ähnlich. „Ich versuche, zuerst in meinem Kopf alles auf Französisch zu formulieren und dann zu übersetzen. Aber das funktioniert nicht, weil die deutsche Grammatik und der Wortschatz einfach ganz anders sind als im Französischen.“

Khaled Moute und Georges Haskour kommen aus Syrien und lernen mit Feuereifer Deutsch. Manchmal packt sie die Ungeduld und der Zuwachs an Vokabular geht ihnen nicht schnell genug. „Wir hoffen, dass wir mit einem Tandempartner unseren Wortschatz ausbauen können und beim Sprechen sicherer werden.“ Die beiden Männer freuen sich – wie alle ihre Kurskollegen – darauf, ihrem Tandempartner ihre eigene Muttersprache beizubringen. „Das ist eine tolle Sache. Wir können viel über unsere Heimat erzählen.“

Diese Integrationskurs-Teilnehmer suchen einen Tandempartner

Der gelernte Bauingenieur Mohamad Juma aus Syrien liebt Literatur. Eines seiner Hobbys ist die Lektüre von Gedichten. „Ich würde auch gerne Gedichte auf Deutsch lesen können. Aber ich will natürlich vor allem gut Deutsch lernen, weil ich im Alltag zurechtkommen und Arbeit finden möchte.“ Das Thema „Arbeit“ beschäftigt alle Teilnehmer des Integrationskurses. In ihrer Heimat haben viele von ihnen ein Studium absolviert oder eine Ausbildung abgeschlossen. In ihrer neuen Heimat fällt es ihnen nun aber schwer, auch eine berufliche Perspektive zu finden. „Mein Cousin und ich haben in Syrien Jura studiert und als Rechtsanwälte gearbeitet“, bericht Mahmoud Hasan.

Ob er die Möglichkeit haben wird, diesen Beruf eines Tages auch in Deutschland auszuüben, weiß Mahmoud Hasan nicht. „Aber mein Cousin und ich würden uns sehr darüber freuen, ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei zu machen.“ Die Alternative: „Wir eröffnen ein Restaurant. Aber das ist auch nicht so einfach.“

In Tandem Sprachen lernen

Im Tandem Sprachen zu lernen funktioniert so: Zwei Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen bringen sich gegenseitig die jeweils fremde Sprache bei. Den Tandemunterricht kann man mit Lehrbüchern oder auch ganz ohne Vorlagen gestalten. Letztlich geht es darum, dass die Partner deutlich machen, welche Fähigkeiten sie durch den Unterricht ausbauen oder erlernen möchten. Danach richtet sich dann das weitere Vorgehen bei den Tandemtreffen.

Kontakt

Wer Interesse hat, im Tandem Sprachen zu lernen, kann sich unter der E-Mail yourzz-mk@mzv.net an die LN-Mitarbeiterin Maike Förster wenden. Sie wird einen Kontakt zum jeweiligen Integrationskursteilnehmer herstellen. Für Praktikumsangebote können sich Interessierte ebenfalls unter der obigen E-Mail-Adresse melden.

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