Reaktionen auf Schwarzkopf-Vorschläge

„Imageverlust für Lüdenscheid“

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Ralf Schwarzkopf schlägt vor, Musikschule in Capitol- und Rosiepen-Gebäude unterzubringen. SPD und Grüne über massive Kritik.

Lüdenscheid - Der Vorschlag des CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Ralf Schwarzkopf, die Musikschule möglicherweise im Capitol- und Rosiepen-Gebäude an der oberen Wilhelmstraße unterzubringen und damit den geplanten Neubau am Staberg zu vermeiden, schlägt hohe Wellen.

„Ich bin doch sehr erstaunt“, sagt SPD-Fraktionschef Jens Voß. „In einem Stadium, in dem der Zug auf der Schiene ist, diesen Zug wieder abzubremsen, ist dem Projekt nicht zuträglich.“ Außerdem mache sich die CDU damit bei der Bezirksregierung Arnsberg lächerlich. „Insgesamt ist das aber auch ein Imageverlust für Lüdenscheid. Der Architektenwettbewerb für den Neubau der Musikschule war ja Bestandteil der Förderung. Wenn jetzt solche Vorschläge wie von Herrn Schwarzkopf kommen, leidet auch das Ansehen beim Fördermittelgeber. Irgendwann brauchen wir da gar nicht mehr auflaufen.“

Im Vorfeld seien Varianten in der Oberstadt geprüft worden – auch der Ellermann-Komplex gegenüber der Erlöserkirche – und dann als unwirtschaftlich verworfen worden. „Wie soll sich das denn nach Herrn Schwarzkopfs Meinung rechnen?“

Otto Bodenheimer, Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, sagt, er habe zuerst gedacht, es handele sich bei dem Schwarzkopf-Vorstoß um einen Witz. „Der Zeit- und Kostenrahmen steht. Was reitet den Mann, jetzt so ein Fass aufzumachen? Ich kann das nicht nachvollziehen und halte die Art und Weise einfach nur für unseriös. Schwarzkopf vermittelt den Eindruck, das beschlossene Paket könne einfach wieder aufgeschnürt werden.“

Auch Bürgermeister Dieter Dzewas schaltete sich am Mittwoch in die Diskussion ein. „Die Verwaltung wird in der Ratssitzung am Montag noch einmal alles vorstellen, was die Überlegungen und Prüfungen zur Unterbringung der Musikschule in der Oberstadt betrifft und die Resultate, die dabei herumgekommen sind.“

Er könne sich nur wundern über die nicht gerade professionelle und passende Art, in der das Thema jetzt wieder hervorgeholt worden sei. Die Kommunikation zwischen CDU-Fraktion und ihrem Vorsitzenden stimme offenbar nicht. „Herr Schwarzkopf ist als Bürger herzlich zu der Ratssitzung eingeladen.“

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