Geschwisterkinder nicht mehr beitragsfrei

Der Kita-Beitrag steigt um 25,9 Prozent

Der Elternbeitrag zum Kindergarten steigt in diesem Jahr leicht und in den kommenden Jahren deutlich.

Lüdenscheid - Die Elternbeiträge für den Kindergarten werden steigen. Die Verwaltung schlägt der Politik eine moderate Anhebung um 2,5 Prozent für das kommende Kindergartenjahr ab dem 1. August vor. Die nächste Stufe würde mit einer Erhöhung um 11,2 Prozent im August 2016 greifen. Im Jahr 2018 würde eine weitere Anhebung um 12,2 Prozent folgen.

Bereits in diesem Jahr wird auch eine „Anpassung der Geschwisterkindregelung“ greifen. Geschwisterkinder waren bislang beitragsfrei, auch wenn beispielsweise ein Vorschulkind ohne Elternbeitrag die Kita besuchte. Ab dem neuen Kindergartenjahr sollen 50 Prozent des jeweiligen Satzes von den Eltern bezahlt werden. Dies gilt auch für Kinder in Tagespflege.

Überraschend kommt die Beitragserhöhung nicht. Sie war bereits Bestandteil der Aufstellung des Haushaltssicherungskonzepts im Jahr 2011 und der entsprechenden Fortschreibung mit dem Ziel, über die Elternbeiträge 17,5 Prozent der Betriebskosten der Kitas zu bestreiten. Ursprünglich geplant war eine zweistufige Anhebung um 16 Prozent (2015) und 17,5 Prozent (2018).

- Konkret könnte das für eine Familie bedeuten, dass sie bei einem Kind und einem Haushaltseinkommen bis 50.000 Euro ab August 100 Euro im Monat zahlt bei 35 Betreuungsstunden. Nach der letzten Stufe der Erhöhung wären es ab 2018 bereits 125 Euro.

- An der Einkommensgrenze zur Beitragsfreiheit ändert sich laut Vorschlag der Verwaltung nichts. Wer über weniger als 17 500 Euro Jahreseinkommen verfügt, zahlt weiter nichts.

- Am oberen Ende der Einkommensskala werden die Unterschiede zahlenmäßig deutlicher. Wer mehr als 112.500 Euro im Jahr verdient, zahlt für eine Betreuung von 45 Stunden ab August 464 Euro. 2018 wären es dann 579 Euro pro Monat.

Von der diesjährigen Erhöhung bleiben, bereinigt auf die fünf verbleibenden Monate, etwa 93.000 Euro an Mehreinnahmen für den Kita-Betrieb. Die Anhebungen in den Folgejahren bedeuten Verbesserungen um 204.000 beziehungsweise 248.000 Euro, um den Anteil der Eltern an den Betriebskosten anzupassen auf die Quote von 17,5 Prozent.

Allein die Aufhebung der Beitragsbefreiung für Geschwisterkinder schlägt jährlich mit mehr als 200.000 Euro am Mehreinnahmen zu Buche. Andersherum würde der Vollbeitrag für Geschwister ein Einnahmeplus in gleicher Höhe bedeuten.

Über das Verfahren diskutieren zunächst Mitglieder des Jugendhilfeausschusses am Dienstag, 28. April, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Die Sitzung ist öffentlich. In letzter Instanz entscheidet der Rat, voraussichtlich in der Sitzung am 18. Mai.  - von Florian Hesse

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