Höhepunkte im „Kult.Park“: „Ein Abend wie Seide heute!“

Lüdenscheid - Am Wochenende konnten die Veranstalter des „Kult.Park“-Festivals im Kulturhauspark mit zwei besonderen Konzert-Höhepunkten aufwarten. Am Freitag heizten die Jungs von Boppin’ B den Lüdenscheider Musikfreunden ein, und am Samstag sorgte die Formation Extrabreit für den Höhepunkt der Veranstaltungsserie.

Die Musiker von Boppin’ B sind seit ihrer Gründung im Jahr 1985 in der Rockabilly-Szene eine echte Hausnummer und waren manchem Lüdenscheider noch als Teilnehmer des Jazz-Festival im Stern-Center in Erinnerung. Bei ihrem Open-Air-Gig am Freitag überzeugten die fünf Jungs um Frontmann Sebastian Bogensperger nicht nur musikalisch, sondern ein ums andere Mal auch in artistischer Hinsicht.

Insbesondere Kontrabassist Didi Beck ließ es sich nicht nehmen, mit seinem gigantischen Instrument auf der Bühne herumzuwirbeln oder sich sogar unter die Menge zu mischen, um seinen Bass hoch über den Köpfen der Zuschauer zu schwingen. Rock’n Roll, vermischt mit den unterschiedlichsten Einflüssen von Ska über Punk bis Pop, brachte den Fans Spaß und Unterhaltung satt. 

Auftakt des Sommerfestivals"Kult.Park" mit der Band Die Toten Ärzte

Der Party-Kracher „Have A Good Time“ vom aktuellen Boppin’ B-Album, das die Band einfach nach sich selbst benannt hat, durfte ebenso wenig fehlen wie die kernige Country-Granate „Take Me“ oder Bruce Springsteens „I’m On Fire“, das ebenfalls als fröhliche Country-Version daherkam und bei dem die Combo ihr Publikum zum Mitsingen animierte. Natürlich durfte auch das Markenzeichen der Aschaffenburger nicht fehlen – nach ihrer Frage „Do you feel alright“ antwortete das Publikum lautstark mit „Scheißkapelle!“.

Reichlich musikalischer Nachschlag

Nach einem Dank der Musiker an das Team der Gaststätte „Dahlheimer“ für die gute Bewirtung – gemeint war natürlich Dahlmann – gab es für die Fans reichlich musikalischen Nachschlag. Als Support sorgten die Fueltones aus Lüdenscheid mit Klassikern aus dem Blues- und Rockbereich für Stimmung.

Am Samstag stimmte mit Kalapi eine Formation auf den Hauptact Extrabreit ein, die aus ihrer Heimat München wohl die weiteste Anreise zum Festival in die Bergstadt hinter sich gebracht hatte. Die Combo liefert Punkrock mit deutschen Texten, der nach vorne losgeht, gemischt mit einigen Cover-Songs, darunter „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen oder „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten.

Wuchtiger Brachial-Sound

„Ein Abend wie Seide heute“ freute sich Extrabreit-Frontmann Kai Havaii über die gute Atmosphäre auf dem Kult.Park-Gelände, nachdem er mit seinen Musikerkollegen Stefan Kleinkrieg (Gitarre, Gesang), Bubi Hönig (Gitarre), Lars „Larson“ Hartmann (Bass) und Rolf Möller (Schlagzeug) die rund 600 Fans krachend mit dem Opener „Extrabreit“ begrüßt hatte.

Die Band weiß genau, was sie ihren Anhängern schuldig ist und lieferte eine zweistündige Parade ihrer Hits ab, die weit über den „Flieger“ hinausgehen.

Mit jener Energie, Motivation und physischer Präsenz, die die „Breiten“ bereits vor mehr als 30 Jahren auszeichneten, sowie einem wuchtigen Brachial-Sound, der bisweilen etwas zu heftig dröhnte, präsentierte die Truppe den Mitsing-Song „Jeden Tag, jede Nacht“, schlug den „Bullerblues“ bei „Polizisten“, dem ersten Extrabreit-Hit aus dem Jahr 1982, an, und lieferte den Hit ganzer Schülergenerationen „Hurra, hurra, die Schule brennt“ ab.

Zwischendurch übernahm auch Gründungsmitglied Stefan Kleinkrieg das Gesangsmikro. „Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd“ – zu dieser Erkenntnis kam Kai Havaii, bevor er sich den „Roten Rosen“ zuwandte, jenem Lied von Hildegard Knef, das die „Breiten“ gemeinsam mit der Diva in den 90ern noch einmal zum Hit machten. Schließlich brachte „Flieger (grüß’ mir die Sonne)“, das legendäre Hans-Albers-Cover von Extrabreit, die Fans auf dem Gelände entgültig zum Kochen. Nach „Junge, wir können so heiß sein“ setzten Extrabreit mit dem wuchtigen, lauten und dramatischen Song „Endlose See“ einen grandiosen Schlusspunkt.

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