„Picknick“ im Kulturhaus

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Ein umfangreiches Programm lieferten die Musiker auf der Bühne ab.

Lüdenscheid - Wenn man nicht zum Park kommen kann, muss der Park eben ins Kulturhaus kommen. Ein stimmungsvolles Foto von den Bäumen rund um die Waldbühne als Bühnenhintergrund musste reichen, denn aufgrund des starken Regens wurde das „Picknick im Park“ kurzerhand in den Theatersaal des Kulturhauses verlegt.

Einen gelungenen Einblick in die heimische Musikszene sowie mit Leni Stang eine tolle Künstlerin aus Süddeutschland sorgten dafür, dass der Abend trotz einer stattlichen Länge von dreieinhalb Stunden nicht langweilig wurde. Alle Künstler hatten ausschließlich eigene Songs mitgebracht, so dass es viel Neues jenseits der ausgetretenen Pfade zu entdecken gab. Christian Michael Donat, der die Veranstaltung moderierte, stellte die einzelnen Musiker zwischen den Stücken, die auf zwei Bühnen präsentiert wurden, im Rahmen von kurzen, launigen Interviews vor, die freilich auch aus zeitlichen Gründen jedoch nicht sehr in die Tiefe gingen. Darüber hinaus rezitierte er seinen medienkritischen Text „Die Zeit, die euch gegeben“.

Mit einem Augenzwinkern sind die Songs des Halveraner Singer-Songwriters Binyo ausgestattet. So stellte er in „Alien“ zahlreiche Arten vor, zu selbigem zu mutieren oder besang einen Baum. Unterstützt wurde er dabei zeitweise durch Rudolf F. Nauhauser (Saxophon). Markus „Hardy“ Hartkopf verortete sich dagegen eher in der Sozialkritik und machte unter anderem mit „Ist nur so eine Idee“ emotional und kraftvoll seinem Ärger über Pegida, AFD und die Situation der Flüchtlinge Luft. „Ich und Du“, Klaus Sonnabend (Gitarre, Gesang) und Christian Breddermann (Cajón), lieferten einmal mehr gute Musik, die ausschließlich von dem Album „Einer dieser Tage“ stammte.

Singer-Songwriterin Kim Leitinger konnte aus terminlichen Gründen nicht kommen, dafür sprang jedoch kurzfristig die Band Otherside ein. Nando Andreas (Gitarre, Gesang) und Melina Fuhrmann (Gesang) behandeln in vielen ihrer Lieder mit deutschen Texten die Liebe in all ihren Facetten. Gemeinsam sind sie Honigmut, ein Bandname, den sie aus der Bedeutung ihrer beiden Vornamen strickten. Unter anderem interpretierten die beiden das Lied „Da wo mein Herz schlägt“ mit Musik von Ingo Starink und Lyrics von Melina Fuhrmann, das im aktuellen Lüdenscheider Image-Film zu hören ist.

Der Altenaer Musiker Tlako Mokgadi, bekannt aus vielfältigen Bandprojekten, trat gemeinsam mit seiner Frau Ulrike Wagner auf. Auch ihre Songs waren oft sozialkritischer Natur. Gefühlvoll und melancholisch gestalten sich die Lieder von Leni Stamm, die aus Süddeutschland wohl die weiteste Anreise von allen hatte. Mit großer Stimme sang sie poetische Songs wie „Komm, lass uns laufen!“. Hip-Hop, kombiniert mit lässigem Pop, konnten die Zuschauer schließlich beim Duo Zweieck mit Rapper Alexander Fenzl genießen, die das umfangreiche Line-up an diesem Abend komplettierten.

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