Stille und Ruhe gestört

Gegen Pokéstops auf dem Lüdenscheider Friedhof

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Pokémon und sogenannte Pokéstops haben auf Friedhöfen nichts zu suchen, meinte Volker Schöbel, Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofverbandes Lüdenscheid-Plettenberg und hat einen Antrag auf Entfernung möglicher Pokéstops gestellt.

Lüdenscheid - Besucher des alten evangelischen Friedhofs an der Mathildenstraße haben in den vergangenen Tagen mitunter merkwürdige Beobachtungen gemacht. Gruppen von Jugendlichen zogen mit ihren Smartphones in der Hand zum Teil lautstark über die Wege. Offensichtlich ist auch hier ein sogenannter Pokéstop platziert, an dem Pokémon zu fangen sind.

Das Spiel „Pokémon Go“ bringt derzeit zig Menschen in Bewegung. Die Spieler schwirren aus, um über die herunterladene App digitale Monster in der näheren und weiteren Umgebung an realen Orten zu finden und zu fangen.

Volker Schöbel, Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofverbandes Lüdenscheid-Plettenberg, hat nichts gegen das Spiel, meint aber: „Der Friedhof ist nicht der geeignete Ort dafür. Das Empfinden der Menschen, die hier ihre verstorbenen Angehörigen besuchen und um sie trauern, wird dadurch gestört. Das ist nicht würdevoll“, betonte er, nachdem er davon gehört hatte.

Gleich ergriff Schöbel die Initiative und schrieb dem Spielentwickler- und veranstalter, dem Unternehmen, „Niantic“, das über einen Kundendienst zu erreichen ist, eine Mail. „Ich habe einen Antrag auf Entfernen des oder der Pokéstops gestellt.“ Die Antwort kam prompt: „Hallo, vielen Dank, dass du diesen PokéStop/diese Arena gemeldet hast. Wir werden das überprüfen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Du wirst per E-Mail informiert, sobald deine Anfrage überprüft wurde.“

Die Pokéstops werden nicht bewusst eingerichtet, sondern über einen Algorithmus weltweit an den unterschiedlichsten Orten eingerichtet. Auf diese Weise werden auch die zu fangenden Pokémon verteilt.

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