Jubeln zum Achtelfinale

Fußball-EM: Autokorsos bleiben in Lüdenscheid erlaubt

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„Situativ“ wird der Rathaustunnel gesperrt.

Lüdenscheid - Entgegen wütender Reaktionen auf der Straße und im Internet: Autokorsos nach Fußballspielen bleiben generell erlaubt. Das teilt Polizei-Pressesprecherin Anna Becker auf Anfrage mit.

Voraussetzung ist nach Darstellung der Polizei allerdings, dass alle Verkehrsregeln eingehalten werden. Bei Rotlichtverstößen oder Missachtung von Vorfahrtregeln oder Tempolimits in einem Autokorso mit begeisterten Fuballfans greifen die Ordnungshüter durch, kündigt Anna Becker im Gespräch mit unserer Zeitung an.

Der Rathaustunnel ist von der Regel allerdings ausgenommen. Am Dienstag nach dem Spiel der Deutschen und der Begegnung der Türken sperrten Polizeibeamte den Tunnel mit einem querstehenden Streifenwagen rigoros ab. Der Grund ist eine Anordnung der Tunnel-Leitzentrale des Landesbetriebs Straßen.NRW.

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Die hat die Polizei offenbar um Amtshilfe und „situative Sperrung“ gebeten – wegen mangelnder Beleuchtung und Belüftung sowie drohender Gehörschäden, wenn Böller in der Röhre explodieren. Anna Becker: „Wenn sich also etwas anbahnt, machen wir den Tunnel dicht.“ Das gelte natürlich nicht für Einsatzwagen oder den Linienverkehr der MVG.

Deutschland - Polen - Public Viewing in Lüdenscheid

Zwei unerfreuliche Ereignisse sind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei der Polizei trotzdem aktenkundig geworden. Nach einem Verkehrsunfall nahe dem Kluser Platz orderte die Polizei einen Abschleppwagen. Doch der Fahrer hatte seine liebe Mühe mit feiernden Fans, die die Fahrbahn bevölkerten. Mindestens fünf Personen sprangen auf die Ladefläche. Als der Fahrer trotzdem Gas gab, um zur Unfallstelle zu gelangen, stürzten die Männer auf die Straße. Einer erlitt eine Platzwunde am Kopf. Anzeige wurde nicht erstattet, heißt es.

Nordirland - Deutschland - Public Viewing in Lüdenscheid

Gegen 23.30 Uhr nahmen Polizeibeamte auf der Kampstraße eine Strafanzeige wegen Körperverletzung auf. Wie es heißt, fuhren zwei Personen nach dem Sieg der türkischen Mannschaft hupend über die Kampstraße. Aus einem Fenster nahm eine Anwohnerin den Wagen mit Eierwürfen unter „Beschuss“. Als die Beifahrerin daraufhin ausstieg, „wurde sie unmittelbar von einem Ei am Kopf getroffen“ – und klagte danach über Kopfschmerzen.

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