Fördergeld für digitale „weiße Flecken“

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Mithilfe von Fördergeldern des Bundes kann die Stadt jetzt die digitale Infrastruktur der Bergstadt erfassen – Voraussetzung für weitere Maßnahmen.

Lüdenscheid - Die weißen Flecken der Breitbandversorgung im Stadtgebiet will die Stadt mithilfe von 50 000 Euro Fördermittel des Bundes erfassen – Voraussetzung für eine flächendeckend bessere Versorgung.

Am Anfang stand, wieder einmal, der Brief eines Vogelbergers an den Bürgermeister. Darin mahnt der Absender eine bessere Breitbandversorgung seines Wohngebietes an. Das nutzte Bürgermeister Dieter Dzewas, um „noch einmal die Zuständigkeiten zu klären“. Zudem beschrieb er die Bemühungen hinter den Kulissen, um die digitale Versorgung im doppelten Wortsinn zu beschleunigen. Trotzdem wird sich am Ende zumindest für einen Teil der Vogelberger nichts am Versorgungsstand ändern. Wirtschaftsförderer Dirk Aengeneyndt spricht deshalb sogar von einer „digitalen Spaltung des Vogelbergs“.

Warum das so ist, sei kompliziert, räumen die Verantwortlichen ein. Die Gebietsplanungen seit den 90er-Jahren seien einfach vom rasanten technischen Fortschritt überholt worden. Ziel der Stadt bleibe eine möglichst gute Breitbandversorgung für private und gewerbliche Nutzer. Drei Anbieter arbeiteten daran: der Platzhirsch Telekom, Unitymedia und die heimische Telemark. Trotzdem werde der aktuelle Versorgungswunschstandard von derzeit 50 Mbit/s längst nicht immer erreicht, einfach weil es nicht überall wirtschaftlich sei und sich Anbieter von der Stadt nicht unter Druck setzen ließen. Wo welcher Bedarf herrscht, ist nicht erfasst. Mitunter lasse sich die „Wirtschaftlichkeitslücke“ durch Fördergelder schließen. Auch dafür müssen Bedingungen erfüllt (und erfasst) sein. Zumindest das soll sich mithilfe von 50 000 Euro Bundesfördergeldern pro MK-Kommune ändern.

Den Bewilligungsbescheid hat Tilo Deckert, Projektleiter der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen für den Märkischen Kreis, in Berlin aus der Hand von Alexander Dobrindt, Bundesminister auch für digitale Infrastruktur, erhalten. Damit könne man die weißen Flecken auf Lüdenscheids digitaler Karte isolieren und dann Stück für Stück abarbeiten, erläuterte Dieter Dzewas.

Etwa durch Verlegung von Glasfaserringleitungen oder Vectoring: Diese Technik ermöglicht zumindest im 800-Meter-Umkreis um aufgerüstete Verteilerkästen Verbesserungen, ohne neue Kabel legen zu müssen. Klar sei: „Es gibt keinen Rechtsanspruch eines jeden Bürgers auf optimalen Ausbau.“ Trotzdem werde auf verschiedenen Wegen an einer möglichst schnellen Versorgung Vieler gearbeitet, stellte die Runde fest. Dzewas: „Für die Industrie ist das eine der selbstverständlichen infrastrukturellen Voraussetzungen.“ - sum

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