Chance in der Plastik-Branche

13 Flüchtlinge qualifizieren sich im Kunststoff-Institut

Karin Käppel und Dr. Matthias Heider (rechts neben Käppel) waren gestern im Kunststoff-Institut Lüdenscheid zu Gast.

Lüdenscheid - Es ist ein Pilotprojekt, das am Ende allen Seiten nutzen soll: Im Lüdenscheider Kunststoff-Institut ist in Kooperation mit der Iserlohner Arbeitsagentur derzeit ein Flüchtlingsprojekt im Gange.

13 Flüchtlinge aus acht Ländern trainieren dabei nicht nur die deutsche Sprache. Sie erwerben auch praktische Fertigkeiten für ein angepeiltes Betriebspraktikum. Im Gegenzug hoffen heimische Kunststoff-Firmen auf fachlich geeigneten Nachwuchs.

Mit im Boot bei der Initiative ist auch der Lüdenscheider CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider. Seine Aufgabe: Als Schirmherr des Projekts soll er bei den Firmen in der Region um Unterstützung und Praktikumsplätze werben.

Zusammen mit Arbeitsagentur-Chefin Karin Käppel und Vertretern des Kunststoff-Instituts informierte Heider gestern über die Maßnahme. Die wurde bei Gesprächen zwischen Arbeitsagentur und Kunststoff-Institut erstmals im Februar thematisiert. Hintergrund dabei: Sprache und Beruf werden allgemein als Schlüssel zur Integration der Flüchtlinge gesehen. Gleichzeitig klagen Unternehmen seit langem über Arbeitskräftemangel. Für die Flüchtlinge könnte sich hier also eine Chance auftun. Dass das Projekt ausgerechnet im Kunststoff-Institut über die Bühne geht, ist kein Zufall – die Kunststoff-Branche gilt als wirtschaftliches Schwergewicht in Südwestfalen. In Gesprächen wählte die Arbeitsagentur geeignete Flüchtlinge aus.

Das Projekt gliedert sich in drei Phasen. Einen achtwöchigen Deutschkurs – durchgeführt vom Bildungsdienstleister „Euro-Schulen“ in Räumen des Kunststoff-Instituts – haben die meist jungen Flüchtlinge bereits absolviert. Derzeit läuft Phase zwei – die Vermittlung praktischer Fähigkeiten in der Ausbildungswerkstatt des Kunststoff-Instituts an der Karolinenstraße. Das dauert ebenfalls acht Wochen. Und Phase drei umfasst dann die dreimonatigen Betriebspraktika, die Mitte September beginnen sollen. Mehrere Kunststoff-Betriebe haben bereits Praktikumsplätze zusagt. Weitere Betriebe werden noch gesucht. Interessenten können sich bei Dr. Andreas Balster vom Kunststoff-Institut melden – entweder unter der Lüdenscheider Telefonnummer 10 64-8 01 oder unter der Mail-Adresse balster@kunststoff-institut.de.

Nach Ende der Praktika soll es für die Flüchtlinge fachlich weitergehen. Im Idealfall – so die Runde um Käppel und Heider – mit einer regulären Berufsausbildung. Als möglich und wünschenswert gilt aber auch der direkte Einstieg bei einer Firma als Helfer mit Fachkenntnissen.

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